Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
So soll der Bürgerwald wieder fit werden

Stadthäger Waldgebiet im Blickpunkt So soll der Bürgerwald wieder fit werden

Seit 2014 ein langer Heckenstreifen sichtbar durch Pestizide geschädigt wurde, ist der Zustand des Bürgerwalds – ein Waldgebiet südlich der Vorhänger Straße und Julianenstraße und westlich direkt begrenzt durch die Bornau – wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Der Nabu-Stadtverband hat ein Konzept entwickelt, mit dem der Bürgerwald wieder fit gemacht werden soll.

Voriger Artikel
Oberpfarre der St.-Martini-Gemeinde wird saniert
Nächster Artikel
Stadtrat will neue Eisbahn

Erholung im Grünen: Der Bürgerwald, früher Stadtwald, bietet schnurgerade Spazierwege.

Quelle: pr.

Stadthagen. Ein Hauptproblem sind die Grenzgebiete zwischen Waldrand und Ackerfläche. Bei der Bewirtschaftung der Felder werden Ackerrandstreifen oft nicht eingehalten, beschreibt das Konzept den Istzustand, zum Beispiel längs der Bornau. Ein Foto belegt, dass an einer Stelle bis in den Bach hineingeackert wurde. Der Nabu empfiehlt einen sechs Meter breiten Schutzstreifen „wegen Verdriftung der Spritzmittel durch die Westwindlage“. Die Felder werden immer größer, ergänzte Klaus Gewecke, stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Stadtverbandes, im Gespräch mit dieser Zeitung und empfiehlt das Setzen von Grenzsteinen. Allerdings rückt nicht nur das Feld näher an den Bach. Bedrängt durch den Wald an der östlichen Uferseite schlängele sich die Bornau weiter in die Felder. Erlen seien damals am östlichen Ufer gepflanzt worden, erinnert sich Gewecke. 

Totholz fehlt

Mitten durch den Wald verläuft in ost-westlicher Achse eine Allee aus Roteichen. In diesem Gebiet findet laut Nabu eine naturnahe Waldbewirtschaftung nicht statt, „da keine alten Bäume mit natürlichen Nisthöhlen zugelassen würden“. Es fehle außerdem das Totholz. Hier empfiehlt der Nabu, auf das Pflanzen von einheimischen Arten zu achten und schlägt ein Nisthöhlenprogramm vor. Außerdem sei nur bei den Hauptwegen eine Wegesicherung bis zehn Meter breite einsichtig.

Im Gebiet des alten Stadtwaldes ist vor Jahrzehnten von Nabu-Mitgliedern und Schülern ein Teich inklusive einer Insel angelegt worden. Der Teich ist nun kaum mehr besonnt und weitgehend ausgetrocknet. Der Teich erfüllt so den ursprünglichen Zweck eines Laichplatzes und Amphibienschutzes nicht mehr. Der Nabu empfiehlt die Rodung der Bäume auf der Insel und das Auskoffern des Teiches bis auf die ursprüngliche Sohle, um eine weitere Verlandung zu verhindern. Außerdem könne ein Baumstreifen südlich des Teiches gefällt und dort eine Niedergehölz-Pflanzung angelegt werden.

Der nordöstliche Waldrand geht abrupt zum längs laufenden Weg über. Hier fehle eine natürliche Waldrandzone. Ein etwa 15 Meter breiter Randstreifen, bepflanzt mit Schlehen und Waldrandsträuchern, könnte diese schaffen. Weiterhin könnte vom östlichen Acker ein acht Meter breiter Streifen zugekauft werden für eine Strauchzone.

Geringe Artenvielfalt

Zwischen dem alten Stadtwald und dem 1990 angelegten Bürgerwald liegt eine – laut Nabu im Werden befindliche – Streuobstwiese. Hier herrsche eine geringe Artenvielfalt im Gras. Horstbildende und Stickstoff liebende Gräser haben andere Blühpflanzen überwuchert. Für Hummeln und andere Insekten sei keine durchgehende artgerechte Ernährung gesichert. Eine ökologische Aufwertung sei hier notwendig, etwa durch streifenweises Eggen und Einsaat von Blütenpflanzen. Weiterhin müsse von Juli bis Oktober regelmäßig gemäht und das Heu ausgetragen werden. Außerdem sei bislang die Obstbaumpflege ungeklärt.

Der Weg über das Feld zum Bürgerwald, der über die neue Bornaubrücke führt, ist nach Ansicht des Nabu zu schmal. Im Sinne einer Biotopvernetzung wäre hier eine Wegverbreiterung und Pflanzung eine Hecke am südlichen Wegrand sinnvoll.

Für das Wegenetz im Bürgerwald wünscht sich Gewecke eine Besucherlenkung, damit seltene Pflanzen – hier wächst zum Beispiel der Ahornstab – geschützt und allgemein Ruhe- und Schutzzonen für die Natur geschaffen werden.

Der Nabu-Stadtverband trifft sich seit 2015 mit Bürgern sowie Vertretern von Politik, Verwaltung und Jägerschaft in einem Arbeitskreis. Vertreten sind auch Forstamt und Bauhof. Andere Akteure – gefragt sind zum Beispiel auch Landwirte – müssen nun ihrerseits Vorstellungen einreichen, damit aus dem Nabu- schließlich Gesamtkonzept entwickelt werden kann. sk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg