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Stadthagen Stadt Sommertour startet mit Kritik
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Sommertour startet mit Kritik
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00:17 02.07.2018
Janett Grabowski präsentiert Oliver Theiß (rechts) und Lars Masurek bei einer Führung das Angebot von Göbel. Quelle: tbh
Stadthagen

Der Besuch war der Auftakt der Sommertour des Bürgermeisters.

„Stadthagen muss sich vom Image einer sterbenden Stadt verabschieden“, sagte Sochor. Ein Problem, dass seiner nach Meinung nach zum Beispiel Städte wie Bückeburg nicht hätten.

Sich allein darauf zu berufen, dass viele „die Stadt schlecht sprechen“, wie der Bürgermeister es erklärte, war Sochor „zu einfach gedacht“. Es müsse vielmehr für „ein gewisses Flair und Anziehungskraft“ gesorgt werden, um der schlechten Stimmung entgegenzuwirken.

Stadt soll mit Pfunden wuchern

Theiß stellte mit der bunten Bückeburger Kneipenszene und dem Schloss als Touristenmagnet einige der entscheidenden Unterschiede zu Stadthagen heraus. Dabei kam die Frage auf, warum nicht mehr dafür getan werde, dass die Busse mit Touristen auf ihrem Weg nach Bückeburg auch in Stadthagen Halt machen.

Kösters Vorschlag: Die Stadt solle mit den Pfunden wuchern, die sie habe, statt immer wieder in neue Projekte zu investieren. Schließlich gebe es mit dem Schlossgarten und der St.-Martini-Kirche samt Mausoleum auch in der Kreisstadt attraktive Ziele für Touristen. Theiß verspricht sich derweil vor allem von der Eröffnung des Cafés im Schlossgarten einen positiven Effekt.

Zu weit von der Innenstadt entfernt

Ein weiteres Thema war die Kundengewinnung – eine Herausforderung besonders für Firmen wie das Einrichtungshaus Göbel, die sich an der Peripherie und abseits der großen Einfallstraßen befinden, hieß es. „Die Frage, was hat Göbel zu bieten, ist entscheidend, damit Kunden auch 30 oder 40 Kilometer in Kauf nehmen“, erklärte Sochor.

Dabei habe sich das Einrichtungshaus vor allem auf eine Nische spezialisieren müssen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Das Erstellen von Einrichtungskonzepten, die Veranstaltungs- und Eventdekoration sowie die eigene Schneiderei seien entscheidende Erfolgsfaktoren gewesen.

Die Entfernung zur Innenstadt ist laut Grabowski vor allem dann ein Problem, wenn es um die Teilnahme an Veranstaltungen wie „Stadthagen zeigt dir die Sterne“ oder verkaufsoffene Sonntage geht.

Ein sogenannter Showroom oder die Präsentation in einem Schaufenster in der Stadt sei für die Zielgruppe von Göbel nur punktuell erfolgsversprechend. Dennoch sei der Leerstand auch für Firmen am Rand der Kreisstadt schwierig, weil er sich negativ auf das Image der Stadt auswirke.

Besuch bei zehn Unternehmen

Bei dieser Gelegenheit sprach Köster die Möglichkeit an, Interessenten einen Mietzuschuss anzubieten, wenn die Inhaber der Ladenlokale nicht zu einer Senkung der zum Teil sehr hohen Mieten bereit wären. Ein Punkt, über den laut Theiß auch in der Verwaltung bereits nachgedacht worden sei.

Derzeit würden auch weitere Projekte angeschoben, um Stadthagen als Wohnstadt weiterzuentwickeln – aus Sicht von Köster vor allem im Zusammenhang mit dem Weggang von Faurecia ein wichtiges Thema. „Wenn man es schaffen würde, dass 900 von 1000 Mitarbeitern in Stadthagen wohnen bleiben, wäre das schon super“, betonte er.

Auf ihrer diesjährigen Sommertour besuchen Bürgermeister Theiß und Wirtschaftsförderer Masurek insgesamt zehn Unternehmen, darunter dieses Mal auch Handwerksbetriebe und Firmen in den Ortsteilen. tbh