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Spitze Feder gegen Ärztepfusch

Stadthagen / Buch von Dieter Wissgott Spitze Feder gegen Ärztepfusch

Tinte als Kontrastmittel in der Wirbelsäule. Die Folge für einen 40-jährigen Patienten: Inkontinenz in Blase und Darm, Impotenz. Der Versicherung ist das ruinierte Leben nach einem Gerichtsurteil 140 000 Euro wert. Eine Unverschämtheit, findet der Stadthäger Fachanwalt für Medizinrecht Dieter Wissgott.

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Dieter Wissgott hat dem Ärger Ausdruck verliehen – mit seinem ersten Buch.

Quelle: jcp

Von Jan-Chrostoph Prüfer

Stadthagen. Es sind Fälle wie dieser, die ihn dazu bewogen haben, sein erstes Buch „Opfer Patient – Medizin vor Gericht“ zu schreiben.
„Ich habe mich so oft geärgert, über Ärzteschaft und Justiz gleichermaßen“, sagt Wissgott. Von Berufs wegen stapelte sich der Ärger in seiner Kanzlei in der Enzer Straße in Form von Aktenbergen. Irgendwann sei dann beim Blick auf diese Akten der Gedanke entstanden: „Da machst du was von.“
Nicht, dass der 75-Jährige in seiner Tätigkeit als Anwalt nicht genug zu tun hätte. Nach Feierabend hat er zwei Jahre lang anhand seiner gesammelten Unterlagen Fallbeispiele auf wenigen Seiten zusammengefasst.

23 Geschichten hat Wissgott zusammengetragen, darunter auch Begebenheiten aus der Region. Sie lesen sich spannend wie Krimis – oder beängstigend wie Horrorgeschichten: Wer nach einer Herzoperation querschnittsgelähmt aufwacht, für den ist ein Albtraum wahr geworden.
„Ein Umdenken“ möchte Wissgott erreichen. Bei Justiz und Ärzteschaft gleichermaßen. Respekt vor den Opfern will der Fachanwalt einflößen. „Damit die Patienten nicht mehr als Objekte gesehen werden“, sagt er.
Für die Zeit, bis das hehre Ziel erreicht ist, hat der Autor seinem Werk auch eine Zehn-Punkte-Liste beigefügt. Sie soll Patienten dabei helfen, gar nicht erst „hilfloses Opfer von Pfuschern und deren gerichtlichen Handlangern zu werden“, wie es im Pressetext zum Buch heißt.

Dieter Wissgott: „Opfer Patient – Medizin vor Gericht“. Verlag Zu Klampen. 160 Seiten, Hardcover, 14,99 Euro.

Der Autor

Der Stadthäger Jurist Dieter Wissgott, Jahrgang 1937, arbeitete zunächst als Richter. 1988 gründete er seine eigene Kanzlei. Zu den Höhepunkten seiner Anwaltstätigkeit gehört das Mandat Egon Krenz, den er vor dem Landgericht Moabit verteidigt hat. Danach wurde ihm die Vertretung von etwa 22 000 polnischen KZ-Häftlingen übertragen, die den Holocaust überlebt hatten.  r

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