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Sportschützen kritisieren Forderung der Grünen

Zentrales Waffenlager Sportschützen kritisieren Forderung der Grünen

Das generelle Verbot zur Lagerung von Schusswaffen in Privathaushalten, das die Niedersächsischen Grünen jetzt gefordert haben, stößt bei Jägern und Sportschützen auf Unverständnis. Die Grünen sind der Ansicht, dass es trotz fester Schränke und Kontrollen keine absolute Sicherheit gebe. Aus diesem Grund sei ein zentrales Lager sinnvoll, erklärten die Politiker in Hannover.

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Stadthagen. Der Stadthäger Ralf Kohlen ist aktiver Jäger und ist davon überzeugt, dass eine zentrale Lagerung von Waffen in der Praxis nicht möglich sei. „Das Problem sind schließlich nicht die legalen Waffen“, ist Kohlen überzeugt. Immer wieder würden Straftaten mit Waffen, die auf illegalem Weg beschafft wurden, verübt. Für Jäger sei es außerdem unmöglich, vor einem Einsatz erst zu einem Zentrallager zu fahren. „Wir müssen schließlich häufig auch nachts raus, um beispielsweise ein angefahrenes Reh zu erlegen“, berichtet Kohlen. Die Politiker, die so etwas durchsetzen wollen, hätten seiner Meinung nach wenig Ahnung von der aktiven Jagd und vermittelten „gefährliches Halbwissen“.
Thomas Bresche, Vorsitzender des Schützenbunds Stadthagen, sieht ebenfalls keine Veranlassung, die Waffen der Mitglieder zentral zu lagern. „Es gibt 1600 Schützenvereine in Niedersachsen, denen 163 000 Schützen angehören.“ Der logistische Aufwand wäre einfach zu groß – auch wenn natürlich nicht jeder Schütze eine eigene Waffe besitze. Eine Person müsste ausgewählt werden, der die Verantwortung für dieses zentrale Lager übernimmt. Außerdem müsste beispielsweise die Haftung und Versicherung geklärt werden. Nach der Ausgabe der Waffe könnte die Person schließlich ebenso eine Straftat begehen. Bresche kann sich nicht vorstellen, dass etwa ein Amoklauf durch eine zentrale Lagerung verhindert werden könne.
Der Vorsitzende des Stadthäger Schützenbunds macht darauf aufmerksam, dass nur sehr ambitionierte Sportschützen eine eigene Waffe besitzen. Diese sei dann notwendig, um Höchstleistungen bei Wettkämpfen erzielen zu können. Erkennen Trainer eine solche sportliche Begabung könne ein Bedürfnis ausgesprochen werden. Das werde zunächst vom Kreisschützenverband gegengezeichnet. Dann entscheide die Waffenbehörde, ob der Antrag stattgegeben wird und der Schütze eine sogenannte Waffenbesitzkarte erhalte. Diese dürfe nicht mit einem Waffenschein verwechselt werden. Die Waffenbesitzkarte ermögliche zunächst den Kauf einer Waffe. Außerdem könne der Schütze die Waffe zuhause in einem Schrank lagern und verpackt zum Schießstand transportieren.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Michael Dombrowski, kann den Vorstoß des Landesvorstands noch nicht final einordnen, weil er die Hintergründe nicht kenne. Persönlich wolle er sich jedoch davor hüten, Jäger und Sportschützen unter „einen Generalverdacht“ zu stellen. Er kenne äußerst gewissenhafte Jäger, die ihre Waffe sehr gut im eigenen Haus sichern. „Wenn allerdings festgestellt wird, dass ein Jäger oder ein Schütze zu lax mit dem Thema Sicherheit umgeht, würde ich eine Aufbewahrung der Waffe in einem zentralen Lager unterstützen“, so Dombrowski. Er ist der Ansicht, dass die Fälle ganz individuell betrachtet werden müssen. Unangekündigt Kontrollen bei den Waffenbesitzern halte er daher für sinnvoll. Dabei stelle sich dann heraus, ob die Waffe auch in tatsächlich so untergebracht ist, wie es muss – also in einem robusten Panzerschrank und nicht in einem leicht zerstörbaren Blechkasten. Wichtig sei auch, die Munition getrennt von der Waffe aufzubewahren. Letztendlich könne man das Risiko aber niemals ganz ausschalten. „Wer eine Waffe möchte, bekommt die auch, zum Beispiel über das Darknet oder im Ausland.“

von Jennifer Minke-Beil

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