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Stadthagen Stadt St.-Martini-Gemeinde: Fit für die nächsten 700 Jahre bleiben
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt St.-Martini-Gemeinde: Fit für die nächsten 700 Jahre bleiben
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16:19 10.02.2019
Pastorin Nora Vollhardt (links), Kirchenmusiker Thomas Weißbarth und Ehrenamtliche Bettina Götz hoffen auf viele Besucher. Quelle: col
Stadthagen

Die Kirche muss sich angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen und leerer Bänken zu Gottesdiensten neu aufstellen. Genau das versucht jetzt auch die St.-Martini-Gemeinde. Allen voran der im vergangenen Jahr neu gegründete Zukunftsausschuss, der mit innovativen Ideen aufwartet.

„Das Tolle ist, dass es ein Anliegen der Ehrenamtlichen war, sich nicht nur um das tägliche Geschäft kümmern zu wollen, sondern sich die Zeit zu nehmen, zu schauen, welchen Kurs das Schiff unserer Gemeinde fahren soll“, erklärt Pastorin Nora Vollhardt die Intention des neuen Gremiums. Nach dem Jubiläumsjahr 2018 „wollen wir fit bleiben für die nächsten 700 Jahre“. Als erstes Projekt starten die zwölf Mitglieder im Februar mit einem modernen Gottesdienstformat. Ein „Testballon mit erstmal vier Terminen“, wie Vollhardt sagt.

Niederschwellig angelegter Gottesdienst

Die Zielsetzung sei vor allem, die Altersgruppe von 30 bis 50 Jahren sowie „Menschen, die sonst von Haus nicht so mit Kirche verbandelt sind“, erklärt Kirchenmusiker Thomas Weißbarth, der Vorsitzender des Zukunftsausschusses ist. Thematisch soll es beim ersten „anderen“ Gottesdienst um gute Vorsätze gehen, von denen im Februar schon nicht mehr viel übrig ist. Der Gottesdienst sei sehr niedrigschwellig angelegt, ohne Lithurgie und mit moderner Musik von der Band „Martini on the Rocks“. „Wir wollen zeigen, dass wir auch anders können und fragen, was die Menschen denn überhaupt von uns erwarten.“ Statt Gesangbüchern wird der Text mittels eines Beamers auf eine Leinwand geworfen.

Mehrgenerationenprojekt

Zu Beginn wird ein Sketch aufgeführt, den Ehrenamtliche Bettina Götz geschrieben hat. Senioren und ein Konfirmand spielen zusammen, was laut Vollhardt auch die Zusammensetzung sei, die sie sich im Gottesdienst wünsche: Es soll ein Mehrgenerationenprojekt, bei dem sich jeder wohlfühlt. Deswegen haben wir auch unsere Konfirmanden und ihre Eltern explizit angeschrieben und eingeladen.“ Deswegen sei auch 18 Uhr ausgewählt worden, weil viele Familien den regulären Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr aufgrund vielfältiger Termine nicht schaffen. „Oder sie einfach mal gemütlich zusammen frühstücken wollen“, zeigt Götz Verständnis. Eventuell werde der Termin für die nächsten Veranstaltungen je nach Wunsch der Besucher auch auf 17 Uhr verlegt.

Dass Gemeinde neue Formate für ihre Gottesdienste ausprobieren, sei nichts neues, weiß Vollhardt, in der Hannoverschen Landeskirche werde dies schon länger praktiziert. „Ich finde, wir befinden uns grad in einer ganz spannenden Zeit, in der wir uns die Freiheit nehmen auszuprobieren, was geht und was nicht.“

Fragen sind erlaubt

Dazu gehört auch, dass die Menschen nach der Predigt von Oberprediger Martin Runnebaum Gelegenheit haben, direkt Fragen zu stellen oder ihre Meinung zu sagen. „Wir wollen, dass die Menschen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen“, so Götz.
Zum Ausklang sind alle Besucher noch zu einem kleinen Beisammensein bei Snacks und Getränken eingeladen.

Am 17. Februar findet der erste „andere Gottesdienst“ um 18 Uhr im Jakob-Dammann-Haus (Marienburger Straße 10) statt. Das Thema lautet „Läuft bei mir... – Manchmal rückwärts und bergab, aber es läuft“.

von Mira Colic