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Stadt hat Umfrageergebnisse schon seit Wochen

Gesamtstrategie Stadthagen Stadt hat Umfrageergebnisse schon seit Wochen

Mehr als 120 Teilnehmer sind Ende Februar der Einladung der Stadt zur Auftaktveranstaltung des Gesamtstrategie-Prozesses in Stadthagen gefolgt. Konkrete Fortschritte haben die Öffentlichkeit bislang aber immer noch nicht erreicht. Kommende Woche soll das Ergebnis der Bürgerbefragung vorgestellt werden.

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Gegen den Stillstand

Stadthagen. Die Fragen – sieben an der Zahl, die den Charakter der Kreisstadt definieren sollen – konnten bis zum 19. März beantwortet werden. Während der Osterferien hat die Firma NSI Consult die Auswertung vorgenommen. Und hat jetzt also die Antworten auf die Fragen: Ist es sauber oder dreckig, innovativ oder konservativ, lebt es sich in Stadthagen agil oder träge? Rund 1000 Rückläufe hatte sich die Braunschweiger Beratungs- und Servicegesellschaft erhofft. Dieser Wert ist nach SN-Informationen auch erreicht worden.

Die Ergebnisse liegen der Verwaltung schon seit Wochen vor und sollen im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am Mittwoch präsentiert werden. Im Anschluss, am Sonnabend, ist die öffentliche Präsentation der Bürgerbefragung geplant, erklärt Stadtsprecherin Bettina Burger auf Anfrage.

Parallel liefe die Abstimmung mit NSI Consult zur Terminabstimmung für die Bürgerabende. Diese sollen noch vor der Sommerpause stattfinden.
Zwar hatte NSI-Geschäftsführer Stefan Eisner zu Beginn des Prozesses darauf hingewiesen, dass die Entwicklung der Gesamtstrategie eine Sache von wenigen Monaten sein, durchaus aber auch bis zu einem Jahr beanspruchen könne. Wenn es in Stadthagen so weiter geht, wird es wohl eher auf die längere Variante hinauslaufen. Das Ziel hatte die Verwaltung jedoch klar definiert: Im Dezember sollen die aus den Potenzialen und Zielen erarbeiteten Maßnahmen in die Haushaltsberatungen 2018 fließen.

Politik nicht vor der Öffentlichkeit informieren

Doch dass solch ein Prozess auch deutlich schneller gehen kann, lässt sich am Beispiel Staßfurth zeigen. In der 26.634 Einwohner großen Stadt in Sachsen Anhalt hat die erste Phase, also die Erstellung von Potenzialen und Zielen, nur zwei Monate gedauert. „Gerade mal Mitte Februar hatte der Leitbildprozess in Staßfurt mit einer Auftaktveranstaltung im Theater begonnen, jetzt schon steht das Leitbild mitsamt Stadtmotto“ schrieb die Lokalzeitung Volksstimme am 4. April. Nach den Sommerferien soll es dort weitergehen, denn die Stadt hat das Unternehmen auch mit der Erarbeitung von Maßnahmen beauftragt. In Stadthagen gehört das nicht zum Arbeitsauftrag.

Im Gegensatz zu der Kreisstadt kann sich Staßfurth über einen ausgeglichenen Haushalt freuen, wie Wirtschaftsförderer Christian Schüler im SN-Gespräch sagt. Allerdings sei der demografische Wandel deutlich spürbar und der Stadt fehle eine ausgeprägte Identität. „Die strategische Stadtentwicklung soll zeigen, wohin die Ressourcen bis 2030 gelenkt werden sollen“, erläutert Schüler. Dass die Politik nicht vor der Öffentlichkeit über die Bürgerbefragung informiert wurde, erklärt der Wirtschaftsförderer so: „Politik ist nur ein Rädchen, es geht hier um die Meinung der Bürger. Und die muss ja nicht durch den Rat legitimiert werden, hier spricht das Volk.“ col

Kommentar

Fader Beigeschmack

Wo soll die Stadt in Zukunft sparen, wo investieren? Eine Frage mit Konfliktpotenzial. Von einer Gesamtstrategie verspricht man sich Hilfe. Der Prozess dafür ist im Gang. Gut so. Aber: „Gut Ding will Weile haben“ heißt einmal mehr das Motto. Schade. Denn warum die Dinge in Stadthagen länger dauern als anderswo, ist wenig nachvollziehbar. Warum wird erst auf Nachfrage der Presse ein Termin für die öffentliche Bekanntmachung bestimmt? Und warum muss erst – hinter verschlossenen Türen – der Verwaltungsausschuss über die Ergebnisse der Bürgerbefragung informiert werden? Vor den Befragten? Zumal die Bürger ja aktiv gestalten sollen. Dies hinterlässt einen faden Beigeschmack, der diesem doch eigentlich so positiven Anliegen schlecht zu Gesicht steht.

Von Mira Colic

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