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Stadt kauft ehemalige Moschee

Abriss des „Schandflecks“ naht Stadt kauft ehemalige Moschee

Eine der unansehnlichsten Ecken Stadthagens könnte sich optisch bald erholen. Die Stadt hat die ehemalige Moschee an der Kreuzung Lauenhäger Straße und Vornhäger Straße gekauft. Über den Preis schweigt die Verwaltung. Die Verhandlungen seien nicht-öffentlich gelaufen, sagt Bürgermeister Oliver Theiß.

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Seit Jahren verkommt das Gebäude an der Ecke Lauenhäger und Vornhäger Straße.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Mit dem Kauf dürfte auch bald ein Verkehrsbrennpunkt entschärft werden, an dem im vergangenen Jahr ein siebenjähriges Mädchen sein Leben verloren hat.  Man habe sich mit der Türkisch-Islamischen Gemeinde auf einen Kompromiss geeinigt, sagt Theiß zum nun abgewickelten Kauf. Dem Vernehmen nach soll die Gemeinde, hinter der der Kölner Moschee-Dachverband DITIB steht, aus Sicht der Stadt eingangs zu viel Geld verlangt haben.

Abriss noch in diesem Quartal

Offiziell war das aber nicht der Grund für die langen Verhandlungen. Bauamtsleiter Gerd Hegemann begründet diese dagegen mit internem Abstimmungsbedarf, den beide Seiten nach den jeweiligen Gesprächen immer wieder gehabt hätten. Mit einem Abriss rechnet Hegemann noch in diesem Quartal, also bis Ende September. Derzeit suche die Stadt nach einer Firma, die den Job übernimmt. Auf einem Teil des Geländes könnte Wohnbebauung entstehen. Vor allem aber werde die Kreuzung übersichtlicher.

Im Mai 2016 war dort eine siebenjährige Fahrradfahrerin auf dem Weg zur Schule von einem Lastwagen überfahren worden. Das Kind starb, eine weißes „Ghost Bike“ vor der einstigen Moschee erinnert heute an das Unglück. Bereits im November 2008 wurde die neue Aksa-Moschee an der Enzer Straße eingeweiht. Seitdem verkam das Vorgängergebäude zusehends.

Im September 2015 verlangte die damals noch bestehende Ratsgruppe aus WIR und FDP, die Stadt müsse endlich tätig werden. Bemühungen um die Altstadt seien vergebens, „wenn die Zufahrt zur Innenstadt schon so unansehnlich ist“, sagte damals der FDP-Ratsherr Lothar Biege. Bürgermeister Theiß bezeichnete die Ecke als „Schandfleck“.

Mehr Verkehrssicherheit

In der Politik löste die Nachricht vom Verkauf erleichterte Reaktionen aus. „Es geht dort um einen der Eingänge nach Stadthagen“, sagte WIR-Sprecher Richard Wilmers. Auch die Entwicklung hin zu mehr Verkehrssicherheit begrüße er ausdrücklich. „Es hat länger gedauert, als wir uns gewünscht hätten“, monierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Heiko Tadge. „Aber jetzt haben wir endlich die Möglichkeit, das Grundstück anzufassen und weiterzuentwickeln.“

So sei die Moschee ein Hindernis weniger im Quartier „Südlich des Tulpenweges“. Das Areal zwischen Lauenhäger, Vornhäger und Probsthäger Straße soll durch Sanierungsarbeiten aufgewertet werden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan-Philipp Beck betonte, die Sichtachsen würden sich durch den Abriss der Moschee für Auto- und Fahrradfahrer deutlich verbessern. Beck: „Das wird auf jeden Fall etwas bringen.“ jcp

Moscheekauf ein Gewinn für alle

Ein Kommentar von Verena Insinger

Aufatmen in Stadthagen. Die ehemalige Moschee an der Ecke Vornhäger/Lauenhäger Straße gehört bald der Geschichte an. Damit wird ein wichtiges Tor in die Innenstadt deutlich aufgewertet. Denn noch schlimmer als jetzt kann sich die Kreisstadt an dieser wichtigen Stelle seinen Besuchern nicht präsentieren. Das Eckhaus vergammelt zusehends. Doch nicht nur aus optischer Sicht ist der abgeschlossene Kauf ein Grund zur Freude. Viel wichtiger als dies ist die gewonnene Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer an dieser doch unübersichtlichen Kreuzung. Bleibt zu hoffen, dass nicht wieder Jahre ins Land ziehen, bis das Haus abgerissen und die Fläche überplant ist.

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