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Stadt liberalisiert Grenzen der Bodenversiegelung

Stadthagen / Verwaltung Stadt liberalisiert Grenzen der Bodenversiegelung

In mehreren Wohngebieten hat die Stadt die Vorschriften für die Bodenversiegelung und die Versickerung des Regenwassers liberalisiert. Es dreht sich um die Siedlungen „Am Obstanger“, „An der Sandkuhle“, „Am Johannishof“ und „Südlich der Hans-Christian-Andersen-Schule“.

Stadthagen (ssr). In diesen Wohngebieten sorgt jeweils eine sogenannte natürliche „Muldenversickerung“ dafür, dass das Regenwasser innerhalb der Areale dem Grundwasser zugeführt wird und im Sinne des Hochwasserschutzes nicht die Bäche belastet. Dieses System war nach Mitteilung des Stadtbauamtes aber aufgrund der in der Regel geringen Wasserdurchlässigkeit der Böden in Stadthagen nur realisierbar, weil die Versiegelung der Grundstücke möglichst niedrig gehalten wurde.

Diese erhebliche Begrenzung der Möglichkeiten zur Bodenversiegelung „führt seit fünf Jahren immer wieder zu Problemen mit den Eigentümern“, so das Bauamt. Denn „diese überschreiten die festgesetzte Versiegelungsgrenze im Zuge der Anlage von Terrassen oder Zufahrten oder dem Bau von Gartenhäuschen zum Teil erheblich“, schildern die Experten. Die Baugenehmigungsbehörde habe sich gezwungen gesehen, immer wieder dagegen vorzugehen, weil die Überschreitungen „unter Umständen zu Entschädigungsansprüchen durch von Hochwasser betroffene Eigentümer hätte führen können“.

Da es inzwischen in allen genannten Baugebieten Probleme dieser Art gebe, so das Bauamt weiter, „die zum Teil Unruhe erzeugen und nicht zuletzt in erheblichem Umfang Verwaltungskraft binden“, müsse tunlichst eine „Entschärfung“ der Lage herbeigeführt werden.

Eine solche ist nunmehr vom Verwaltungsausschuss beschlossen worden. Demnach darf die Versiegelungsgrenze bis zu zehn Prozent überschritten werden, wenn „nachgewiesen wird“, dass das dadurch zusätzlich anfallende Regenwasser „durch geeignete Anlagen zur Versickerung oder Rückhaltung auf dem jeweiligen Grundstück bleibt“ und nicht den Bächen oder der Kanalisation zugeführt wird. Künftig ist es in den genannten Wohngebieten also erlaubt, die Grundstücksfläche bis zu 60 Prozent zu versiegeln.

Ratsherr Heiko Tadge (CDU) jubelte, diese Flexibilisierung werde für die Bürger Entlastung bringen. Ein Stück Überbürokratisierung werde „sachgerecht“ abgebaut. Ernst Lockemann (SPD) nannte es „schwierig“, das Maß der zusätzlichen Versickerung amtlich nachzuprüfen. Doch Ute Steidel (SPD) zeigte sich überzeugt: „Das funktioniert.“

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