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Stadt warnt vor giftiger Pflanze

Jakobskreuzkraut auch auf Spielplätzen Stadt warnt vor giftiger Pflanze

Die Stadt Stadthagen geht in diesem Sommer massiv gegen das gefährliche Jakobskreuzkraut vor. Nach Angaben von Bauamtsleiter Gerd Hegemann fahren Mitarbeiter des Bauhofes gezielt Kindergärten und Spielplätze an. Sobald die Pflanze irgendwo sprießt, reißen sie die Stadtangestellten raus.

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Die an sich hübsche Giftpflanze kann im schlimmsten Fall Leberkrebs verursachen.

Quelle: dpa

Stadthagen. Zudem verschickt die Stadt Informationsschreiben an alle Kindergärten und Horteinrichtungen. So sollen die Leitungen sensibilisiert werden und das Kraut selbst vernichten.

Die Giftpflanze Jakobskreuzkraut breitet sich seit nunmehr 20 Jahren ungebremst auf Böschungen und Brachen im Landkreis aus. Besonders für Reitställe und Pferdebesitzer ist es ein Teufelszeug. Es ist ein langsamer Killer, denn die Alkaloide der Pflanze, mit der sie sich gegen Fressfeinde wehrt, reichern sich in der Leber der Tiere an, die sie fressen. Ihr Verzehr kann für Pferde, Kühe und andere Weidetiere tödlich enden. Aber auch für Menschen geht von der Pflanze eine Gefahr aus: Eine Vergiftung mit Jakobskreuzkraut kann längere Zeit unbemerkt bleiben, weil zunächst keine eindeutigen Symptome auftreten. Die Giftstoffe werden in der Leber verstoffwechselt und wirken dort langzeittoxisch. Experten gehen davon aus, dass die steigende Zahl von Lebererkrankungen in der Bevölkerung auch auf die Dunkelziffer von Kreuzkräuter-Vergiftungen zurückzuführen sind.

Verbreitet ist es besonders auf Stilllegungsflächen, extensiv genutzten Weiden, insbesondere Pferdeweiden, Extensivgrünlandflächen, Wegrändern und Böschungen.
Noch vor wenigen Jahren galt die Hysterie um das Kraut als völlig übertrieben. Doch mittlerweile wird die Giftpflanze in Irland, England und der Schweiz als gefährlich eingestuft. Auch hierzulande fängt man an, umzudenken.

Verbreitet sich im Fluge

Wer durch die Landschaft fährt und darauf achtet, sieht sie überall, die gelben Blüten, am Straßen- und Wegesrand, auf Brachflächen. Für die Verbreitung von „Senecio jacobaea“ gibt es mehrere Ursachen: Das Kraut liebt extensive Landwirtschaft, Naturschutzflächen, Ausgleichflächen, Brachen und eben die Böschungen entlang der Straßen. Einfach deshalb, weil auf all diesen Flächen gar nicht, nicht regelmäßig und wenn, dann erst sehr spät gemäht wird. So kann sich die Pflanze ungebremst vermehren. Auch die milden Winter begünstigen das anspruchslose Kraut.
Jakobskreuzkraut verbreitet sich im wahrsten Sinne des Wortes im Fluge: Ähnlich wie Löwenzahn bilden sich nach der Blüte flugfähige Samen, die sich mit dem Wind verbreiten. Samen, die etwa ein Vierteljahrhundert keimfähig bleiben.

Ein Tipp für Gartenbesitzer: Hat sich das Kraut noch nicht zu stark ausgebreitet, können die einzelnen Pflanzen im Hausmüll entsorgt werden. Bei großen Flächen hilft nur noch Chemie, Mähen vor der Blüte und dann vernichten.

Jakobskreuzkraut hat 13 gelbe, schmale Blütenblätter in der Form der Blätter von Gänseblümchen, dabei kunstvoll gefiedert. Vom Hauptstängel zweigen weitere Stängel ab, die schließlich in die Blüten münden. Pflückt man den Hauptstängel, so hat man gleich einen kleinen Strauß in der Hand. Den in die Blumenvase zu stecken, wäre eine schlechte Idee. Auch hier warnt der Landvolk-Pressedienst: „Das Kraut sollte man nur mit Handschuhen anfassen“.  vin, wm

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