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Stadt will 20 000 Euro investieren

Für Entwicklung des Bürgerwaldes Stadt will 20 000 Euro investieren

Anfang Juni haben die Mitglieder des Klima- und Umweltausschusses eine Liste mit den drängendsten Themen aufgestellt – ganz oben der Bürgerwald. Damals war ein gesonderter Maßnahmenkatalog gefordert worden, die Beschlussvorlage für die nächste Sitzung am Donnerstag geht noch einen Schritt weiter.

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Der Bürgerwald fristet derzeit noch ein tristes Dasein. Das soll sich aber ändern.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Zur Begründung heißt es in der Vorlage, dass es keine Erweiterungsflächen gebe und die derzeitige Fläche nicht optimal genutzt werden könne. Der Bürgerwald ist aus Spenderbäumen entstanden. Aktuell könne – trotz großer Nachfrage – kein Spenderbaum mehr gepflanzt werden, da die Fläche vollständig bepflanzt ist. Zwischen den Bäumen wird gemäht, es besteht kein Waldcharakter.

Zum Bürgerwald zählen auch der sogenannte Stadtwald mit der Abi-Wiese, das Bornau-Ufer und die Streuobstwiese. Die Aufgabe des externen Büros liege in der Bestandsaufnahme, Biotoptypenkartierung, Bewertung, Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs und einer Kostenschätzung. Die Stadt hat dabei konkrete Vorstellungen:

Bürgerwald

Die Wegführung sowie die Einbindung in die Umgebung sind laut Vorlage unzureichend und der Bürgerwald als solches somit nicht nutzbar. Die Stadt möchte den Erholungsfaktor erhöhen. Hierzu müsse ein Waldrand durch die Pflanzung von Gehölzen wie Feldahorn, Hasel und Schlehe entstehen. Außerdem sollen die Wege so angelegt werden, dass der Wald für Besucher „erlebbar“ wird, aber auch Ruhe- und Rückzugsbereiche für die Tierwelt geschaffen werden. Diese Wege sollen so geplant werden, dass sie über den Bereich des Bürgerwalds hinaus gehen und auch die angrenzenden Wohngebiete mit einbinden. 

Streuobstwiese

Die Bäume der Streuobstwiese werden vom Gartenbauverein gepflegt und geschnitten. Der Verein erarbeitet derzeit ein Kataster mit allen Sorten, um sie zu kennzeichnen und eine Informationstafel zu erstellen. Die Lokale Agenda und der Gartenbauverein haben bereits hierzu Kontakt mit der Bingo-Stiftung aufgenommen, um Fördergelder zu bekommen.
Auf der Streuobstwiese herrscht im Gras eine geringe Artenvielfalt. Für Hummeln und andere Insekten ist keine artgerechte Ernährung gesichert. Eine ökologische Aufwertung sei nötig, „um die Kriterien einer Streuobstwiese aus ökologischer Sicht zu erfüllen“.

Stadtwald

Weil der Fichtenbestand im Stadtwald abgängig sei, müsse er kurzfristig gerodet und mit standortgerechten Bäumen wieder aufgeforstet werden. Hierbei gebe es die Möglichkeit der sukzessiven Rodung – nach Angaben der Verwaltung langwierig und kostenintensiv – bei der jedes Jahr einige Fichten einzeln aus dem Bestand genommen werden oder die komplette Rodung. Die zweite Variante hätte den Vorteil, dass so viel Holz anfallen würde, dass zwei bis drei Lose zusammenkämen, die verkauft werden könnten. Die Aufforstung der Fläche könnte im Rahmen von Spenderbäumen, wie im Bürgerwald, erfolgen.
Die sogenannte Abi-Wiese soll erhalten werden. Sie wird einmal im Jahr von den Abiturienten des jeweiligen Jahrgangs gemäht, zur Feier benutzt und anschließend aufgeräumt. Das habe in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert.
Der östliche Teich im Stadtwald ist kaum mehr besonnt und weitgehend ausgetrocknet. Damit er wieder seinen Sinn als Laichplatz und für den Amphibienschutz erfüllen kann, schlägt die Verwaltung die Entschlammung vor.

Renaturierung der Bornau

Das östliche Bachufer der Bornau wird vom Bürgerwald begrenzt. Eigentümer der Gewässerparzelle ist das Land Niedersachsen, die Unterhaltungspflicht liegt beim Unterhaltungsverband 53 (West- und Südaue). Um eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen, wurde die Verlegung des Gewässers in den Bürgerwald vorgeschlagen. Die Kosten für einen Flächenerwerb würden entfallen. Die untere Wasserbehörde sieht gute Chancen, die Finanzierung über eine Förderung von bis zu 90 Prozent zu bestreiten.

Zeitplan

Nach Bereitstellung der Mittel sollen drei Angebote von Landschaftsplanungsbüros eingeholt werden, von denen eines im Februar oder März 2018 beauftragt wird. Im Sommer könnten dann bereits die Kartierungen erfolgen und im Herbst die Auswertung, sodass die Abstimmungen über das Konzept erfolgen können. Für die Umsetzung der Maßnahmen müsse danach neu ausgeschrieben werden. Für die komplette Umsetzung des Entwicklungskonzepts rechnet die Verwaltung mit mindestens fünf Jahren. col

 

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