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Stadtgartencafé soll wieder aufleben

Stadthagen Stadtgartencafé soll wieder aufleben

Vor einem Neustart steht das Ende Mai durch einen Brand beschädigte und seitdem geschlossene Stadtgartencafé. Nach SN-Informationen gibt es vier Interessenten, die als Gastronomen die Nachfolge des bisherigen Pächter-Ehepaares antreten wollen. Die Stadt plant zudem einen Umbau des historischen Juwels. Vier Varianten stehen zur Debatte.

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Eine Variante für den Umbau des Stadtgartencafés sieht den kompletten Rückbau des Anbaus vor - wie auf dieser historischen Postkarte zusehen.

Stadthagen. Den Ratsfraktionen liegen dafür die unterschiedlichen Varianten zur Beratung vor. Die Entscheidung hat großen Einfluss auf die gastronomische Zukunft des Stadtgartencafés.

Wiederaufbau:

Die unspektakulärste Variante. Das Stadtgartencafé würde saniert und der Zustand vor dem Brand wiederhergestellt. Unmittelbar vom Feuer betroffen ist nur der östliche, zum Teich ausgerichtete Anbau. Hinzu kommen Rußschäden an Mauerwerk, Innenraum und Dachbereich.
Kosten: mindestens 80.000 Euro. 70.000 Euro erhält die Stadt von der Versicherung für den Wiederaufbau.
Nachteil: Nach Ansicht der Verwaltung schafft die Wiederherstellung des alten Zustands keine Perspektive für eine denkmalgerechte Entwicklung und Aufwertung des historischen Parkbereichs.

Rückbau:

Der Anbau an der östlichen Seite würde abgerissen, der historische Teil auf dem Teich freigestellt, wobei der Zugang über eine Brücke erfolgen soll. Damit würde die historische Lage des ehemaligen Teehauses am Ende der Park-Mittelachse wiederhergestellt. Die Fachwerkfassade an der Südseite würde rekonstruiert werden.
Baukosten: Rund 100.000 Euro. Die Stadt erhält 55.700 Euro von der Versicherung, wenn sie den beschädigten Gebäudeteil nicht erneuert.
Nachteil: Der gastronomische Betrieb wäre nur noch als Sommercafé möglich, eine gewerbliche Nutzung ohne Personaltoiletten ausgeschlossen. Laut Stadt kommt diese Variante für alle vier Bewerber nur als Übergangslösung infrage. Denkbar sei der Betrieb in Trägerschaft eines Vereins, dessen Aufgabe „die Pflege einer noch zu entwickelnden Parkanlage wäre“. Zudem könnte an der Südseite des Stadtgartencafés eine Außengastronomie betrieben werden.

Ausbau:

Nach dem Rückbau des Anbaus wird neben dem Lusthaus ein moderner Glaskubus als Gastraum über dem Wasser errichtet. Küche und Nebenräume sind am Ufer angeordnet. Die Sichtachse auf das Lusthaus nach historischem Vorbild bleibt bestehen.
Baukosten: Rund 370.000 Euro plus Rückbaukosten, abzüglich der 55.700 Euro von der Versicherung.
Nachteil: Teuer und es fehlen Parkplätze für zusätzliche Gäste. Um diese Summe über die Pacht zu erwirtschaften, müsste der jährliche Umsatz laut Verwaltung bei 260 000 Euro liegen – „zu viel für einen reinen Cafébetrieb“, glaubt die Verwaltung.

Kompromiss:

Die von der Verwaltung favorisierte Variante sieht lediglich den Abriss des Lagerraums im östlichen Anbau vor. Dadurch werde sowohl die symmetrische Ansicht wiederhergestellt als auch die Möglichkeit geboten, das Gebäude weiter gastronomisch zu nutzen. Zwei der vier Bewerber halten laut Stadt den Weiterbetrieb des Cafés trotz Wegfall des Lagers für möglich.
Baukosten: Nach Schätzungen der Stadt würden die von der Versicherung gezahlten 55 700 Euro ausreichen.
Nachteil: Die Variante unterscheidet sich nur minimal vom alten Zustand, würde die Anlage mithin kaum aufwerten. ber

Pächter wollen Schadensersatz

Einigkeit zwischen Politik und Verwaltung besteht nach Angaben von Bürgermeister Oliver Theiß darin, dass das Stadtgartencafé nicht mit dem bisherigen Pächter-Ehepaar Tadge wiedereröffnet, welches bis zu dem Brand als Unterpächter von der Schaumburger Privat-Brauerei das Café betrieben hatten.
Nun geht es darum, dass Unterpachtverhältnis, das noch bis Ende März 2017 läuft, vorzeitig zu beenden. Dabei stehen auch Schadensersatzforderungen im Raum. Über einen entsprechenden Vertrag mit dem Ehepaar Tadge muss der Verwaltungsausschuss am 7. Oktober entscheiden.
Christa Tadge selbst erklärt auf Anfrage der SN, dass es für sie keinen Sinn mache, nach einer derart langen Pause noch mal den Betrieb zu eröffnen. „So etwas nach 27 Jahren noch zu erleben, macht mich traurig und ärgerlich“, bedauert Tadge die aus ihrer Sicht unnötige Verzögerung bei der Sanierung. ber

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