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Verkauf wäre „falsches Signal“

Behindertenbeirat gegen Verkauf der Toilette Verkauf wäre „falsches Signal“

Der städtische Behindertenbeirat lehnt eine Beseitigung des öffentlichen Toiletten-Häuschens an der Niedernstraße strikt ab. „Der Abbau gerade dieses WCs würde die zentralste, bestzugängliche und auffälligste Möglichkeit zur behindertengerechten Toiletten-Benutzung zerstören“, schreibt Beiratsvorsitzender Matthias Gläser in einer Pressemitteilung.

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Quelle: pr.

Stadthagen. Wie berichtet ist die Toilette seit Anfang Januar defekt. Sie soll mit einem finanziellen Aufwand von rund 6000 Euro repariert werden. Parallel dazu hat die Stadtverwaltung von den Ratsfraktionen den Prüfauftrag bekommen, den Markt für einen eventuellen Verkauf des WC-Häuschens zu sondieren. Hintergrund: Die Unterhaltung ist nicht zuletzt wegen regelmäßig anfallender Reparaturen kostspielig und die Auslastung ist bei durchschnittlich sechs Nutzern pro Tag sehr gering.

Andere WC-Häuschen sind nur schwer zu finden

Gegen einen möglichen Verkauf richtet sich nun vehement der Behindertenbeirat. Die beiden anderen behindertengerechten Toiletten, die im Bereich der Innenstadt zur Verfügung stehen, erläutert Gläser, liegen im Vergleich zum WC-Häuschen an der Niedernstraße an eher ungünstigen Stellen und seien nicht leicht zu finden. Ein behindertengerechtes WC, auf das kein Schild hinweist, befinde sich im Ratskeller. „Dorthin gelangt ein Rollstuhlfahrer nur über die Rampe hinter dem Rathaus, dann durch die Hintertür des Ratskellers und weiter mit dem Aufzug zu der Etage mit dem WC“, schildert Gläser die Gegebenheiten: „Wenn man kein Insider ist und die örtlichen Gegebenheiten nicht kennt, kann man diese Toilette nur zufällig finden.“

Das andere behindertengerechte WC ist am Zentralen Omnibusbahnhof auf der Rückseite des Kiosks, so Gläser weiter, „ebenfalls ohne Hinweisschild und eher nur zufällig zu finden“. Als Fazit des Behindertenbeirats formuliert Vorsitzender Gläser: „Unter den Gesichtspunkten der Tourismusförderung und Inklusion wäre der Abbau der öffentlichen behindertengerechten Toilette an der Niedernstraße ein falsches Signal.“

"Nette Toilette" könnte eine Alternative sein

Sollten Politik und Verwaltung sich nach Sondierung der Marktlage gleichwohl für einen Verkauf des vor sechs Jahren für 100 000 Euro erworbenen Häuschens entscheiden, kämen weitere Anregungen ins Spiel. Geprüft würde dann die Option, eine Toilette in einem der vielen Leerstände in der Altstadt unterzubringen Eine weitere denkbare Alternative könnte das andernorts funktionierende Modell der „netten Toilette“ darstellen. Dabei würden Geschäftsleute und Gastronomen ihre Sanitäranlagen auch für Nicht-Kunden öffnen. Im Gegenzug würde die Stadt eine Säuberungs- und Instandhaltungsgebühr zahlen. ssr

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