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Stadthäger CDU besichtigt Baustelle des Klinikums

Zimmer ohne Klimaanlage Stadthäger CDU besichtigt Baustelle des Klinikums

Der Energiebedarf des neuen Klinikums ist nur eines von mehreren Themen, über die sich die Stadthäger Politiker in Vehlen informiert haben.

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Geschäftsführer Achim Rogge (rechts) im Gespräch mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Heiko Tadge.

Quelle: jcp

Stadthagen/Vehlen. Die Stadthäger CDU hat sich auf der Baustelle für das Gesamtklinikum Schaumburg in Vehlen einen weitreichenden Überblick verschafft. Unter anderem erfuhren die Politiker dabei von Energieeinsparungen in Höhe von rund einer Million Euro jährlich, der Schwierigkeit, Mitarbeiter aus drei unterschiedlichen Klinikumskulturen zu einem Team zusammenzuführen – und der Tatsache, dass die Patientenzimmer keine Klimaanlage haben werden.

Der Energiebedarf des neuen Klinikums, das zur Jahreswende 2016/2017 den Betrieb aufnehmen soll, betrage etwa die Hälfte von dem, was derzeit von den drei Schaumburger Krankenhäusern verbraucht werde, erklärte der Technische Leiter Dirk Hahne. Auf Nachfrage der Politiker sagte er, es handele sich um etwa eine Million Euro jährlich, die eingespart wird.

Das gelte bei ganzjähriger Vollauslastung des Klinikums, die allerdings quasi nie gegeben sei. Die tatsächlichen Einsparungen dürften also nach Hahnes Schilderung noch höher liegen.
Der Technische Leiter führte die Christdemokraten gemeinsam mit Bauleiter Sten Schwermer und Achim Rogge, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg, über das Gelände.

Auf das Thema Energie war man über die Kühlung gekommen, die zwar für die sensiblen technischen Geräte gewährleistet sei, aber nicht für die Patientenzimmer. Eine Klimatisierung derselben würde die Krankenhausprojektgesellschaft finanziell „auf den Boden ziehen“, erklärte Hahne. Geschäftsführer Rogge verteidigte die Entscheidung: Die Zimmer seien mit Sonnenschutz versehen, „viele lange Tage“ gebe es in Deutschland nicht.

Eine Kühlung der medizinisch-technischen Apparaturen sei dagegen unabdingbar. Die Installation einer Photovoltaikanlage für zusätzlichen Energiegewinn, wie aus Reihen der CDU vorgeschlagen, würde „sich nicht rechnen“.

Was das Budget ebenfalls nicht mehr hergebe, erklärte Rogge, sei ein Lager für Spritzen, Verbände und anderen medizinischen Bedarf. Das Lager sollen die Stationen selbst sein, geliefert werde nach dem Just-in-time-Prinzip. So bezeichnet man in der Wirtschaft eine Form der Logistik, bei der Materialien erst zum exakten Zeitpunkt angeliefert werden, zu dem ein Betrieb sie benötigt.

Außerdem erfuhr die CDU von der Gründung einer ehrenamtlichen Werksfeuerwehr – Folge einer Auflage der Polizeidirektion Göttingen –, der Herausforderung, einen Hubschrauberlandeplatz trotz einer nahen Überlandstromleitung zu installieren, und dem Anbau eines „Raums der Stille“. Rogge dazu: „Wir sind ein konfessioneller Träger, und das wird an dieser Stelle auch zum Ausdruck kommen.“ Mehrheitlich gehört die Schaumburger Krankenhausprojektgesellschaft Agaplesion, einer evangelisch-methodistischen Aktiengesellschaft.

Insgesamt sei der gut vorangehende Bau das kleinere Problem, erklärte Rogge den Lokalpolitikern. „Die größte Herausforderung“, befand der Geschäftsführer, sei eher die menschliche Komponente. Ein Punkt dabei: Das neue Klinikum steckt voller neuester Technologie, die den Mitarbeitern der Krankenhäuser in Stadthagen, Rinteln und Bückeburg noch gar nicht bekannt sei. Außerdem fehlten im Moment immer noch die Radiologen für die geplante entsprechende Abteilung.

„Bisher bestand zwischen den drei Krankenhäusern eine Art Konkurrenz“, so Rogge. Ihm selbst habe eine Medizinerin gesagt, sie bewege sich „doch nicht im Feindesland“. Alle diese Mitarbeiter sollten nun „mitgenommen“ und zum Team zusammengeführt werden.

Ein Aufstocken des Baus um ein weiteres Stockwerk in der Zukunft sei baulich möglich. Rogge allerdings hält das für unwahrscheinlich. Aufgrund des medizinischen Fortschritts verweilten Patienten immer kürzer im Krankenhaus. Was er dagegen kommen sehe, seien Menschen mit geringfügigen Beschwerden, die in die Klinik gehen, weil sie in ihrer Kommune keinen Arzt mehr vorfinden.

Auch auf diese denkbare Entwicklung sei das Gesamtklinikum bereits ausgelegt. Rogge: „Diese Größe hat Zukunft.“ jcp

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