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Stadthäger bekommt zwei Jahre auf Bewährung

Drogenbunker und Verteilzentrum Stadthäger bekommt zwei Jahre auf Bewährung

Ein mutmaßlicher Dealer, der Ende Juni in Stadthagen festgenommen worden war, hat beim Amtsgericht nun eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren bekommen. Cannabis und Kokain hatten die Drogenfahnder bei dem 23-Jährigen sichergestellt.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Stadthagen. Observiert haben Drogenfahnder den Stadthäger schon länger. Hintergrund ist eine größere Ermittlung gegen mehrere Personen. Es geht um organisierte Kriminalität. Festgenommen wird der mutmaßliche Dealer dann Ende Juni auf der Straße vor dem Haus in Stadthagen, wo er das Rauschgift versteckt haben soll.

Im Gebäude werden die Polizisten, ausgestattet mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Hildesheim, rasch fündig: 33 Gramm Marihuana finden sich in der Wohnung, weitere 400 Gramm „Gras“ im Keller. Dort liegen außerdem 110 Gramm Kokain, eingestuft als so genannte harte Droge, sowie Verpackungsmaterial.

Für Schaumburger Verhältnisse sind das größere Mengen. Und doch handelt es sich womöglich nur um einen Teil dessen, was der Mann in der Wohnung insgesamt gebunkert hat. Davon geht Richter Kai-Oliver Stumpe aus, Vorsitzender des Schöffengerichtes in Stadthagen, das gegen den Drogenhändler jetzt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt hat, ausgesetzt zur Bewährung.

Stoff aus dem Raum Bremen

„Es ist zu vermuten, dass dies nur Restmengen waren“, so Stumpe. „Bei der Wohnung hat es sich offenbar um einen Drogenbunker gehandelt, eine Verteilstation für unsere Region.“ Gemeint ist der Landkreis Schaumburg. Die Polizei hat sich offenbar einen größeren Fund erhofft. Der „Stoff“ soll aus dem Raum Bremen stammen.

Zum ersten Mal hat ein Gericht den Angeklagten jetzt nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Einschlägig vorbestraft ist er nicht. Beides sind Gründe für die relativ moderate Strafe. Zudem sei die Menge „nicht so gewaltig“, dass zwei Jahre nicht angemessen seien, hieß es weiter. Überdies ist zumindest das gefundene Rauschgift nicht in Umlauf geraten.

Nicht zuletzt spricht für den Angeklagten ein Geständnis, das er im Prozess abgelegt hat. Vorbestraft ist der 23-Jährige wegen mehrerer Jugendsachen, überwiegend kleinere Delikte. Einmal hat er allerdings eine mehrjährige Jugendstrafe wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung verbüßt.

Bewährung an der kurzen Leine

Verbunden ist die Entscheidung, der eine Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung vorausgegangen war, mit strengen Auflagen. Richter Stumpe behält die Bewährungsaufsicht, um den 23-Jährigen „an der kurzen Leine zu halten“. Falls er rückfällig wird, droht Haft.

Zusätzlich könnte die jetzt verhängte Bewährungsstrafe dann widerrufen werden. Dann müsste der Delinquent die zwei Jahre wohl doch noch verbüßen. Damit das Urteil nicht bloß auf dem Papier steht, muss der Verurteilte 500 Stunden gemeinnützig arbeiten - und zwar innerhalb von acht Monaten. Das halbe Jahr bis zur Gerichtsverhandlung hat er in Untersuchungshaft verbracht. Dies dürfte ihn beeindruckt haben.

Verteidiger Ralf Jordan hält die Sanktion ebenfalls für angemessen „angesichts der Mengen, um die es in anderen Prozessen geht“. Zudem habe es sich um Drogen „im unteren Wirkstoffbereich“ gehandelt.  ly

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