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Stadthäger in den USA festgenommen

Diesel-Skandal: Oliver S. sitzt im Gefängnis Stadthäger in den USA festgenommen

Bei dem in den USA festgenommenen VW-Manager handelt es sich um den Stadthäger Oliver S. Dem 48-Jährigen wird vorgeworfen, eine Schlüsselrolle im Diesel-Skandal gespielt zu haben. Er sitzt derzeit in Florida im Gefängnis. Für die Familie und Klassenkameraden in der Heimat ein unvorstellbarer Umstand.

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Oliver S. ist Manager bei Volkswagen und sitzt derzeit in den USA im Gefängnis. 

Quelle: dpa

Stadthagen. Für den Vater von S., ein Geschäftsmann in Stadthagen, ist die Situation mehr als belastend. Dies werde wohl jeder, der schon mal Filme oder Reportagen über amerikanische Gefängnisse gesehen habe, nachvollziehen können. Er zögert am Anfang, mit der Presse zu sprechen, will aber dann doch sein Unverständnis darüber zum Ausdruck bringen, „wie der jetzige VW-Vorstand in Detroit zur Messe fahren kann und mein Sohn jetzt als Hauptverantwortlicher dargestellt wird“. Das sei doch sehr „befremdlich“.

Dass in den Medien die Reise von S. in die USA als „leichtsinnig“ bezeichnet werde, will sein Vater nicht kommentieren: „Er hat Weihnachten immer in Florida verbracht und hat es jetzt auch so gemacht.“ Wenn er sich die Berichterstattung angucke und die Vorwürfe, die seinem Sohn zur Last gelegt würden, „als wollten sie dem Vorstand ans Bein pinkeln“.

Haftprüfungstermin am Donnerstag

Kontakt habe er zu seinem Sohn aktuell nicht, „aber unsere Schwiegertochter berichtet uns, was ansteht“. Am Donnerstag ist der Haftprüfungstermin, bei dem entschieden wird, ob der ehemalige Stadthäger Gymnasiast bis zur Verhandlung im Gefängnis bleiben oder auf freien Fuß gesetzt wird. „Was mich wirklich beunruhigt und wahnsinnig macht, ist die Tatsache, dass ich nicht weiß, welche Strafe bei den Vorwürfen auf ihn zukommen könnte.“

Stadthagens Europaabgeordneter Burkhard Balz hat mit S. 1988 auf dem damaligen Neuen Gymnasium Abitur gemacht, kennt den studierten Maschinenbauer gut. Der Politiker zeigt sich fassungslos mit Blick auf das Vorgehen der amerikanischen Behörden. „Es ist mehr als offensichtlich, dass sie jemanden ausgewählt haben, um Druck auf die obere Führungsebene des VW-Konzerns auszuüben“, sagt Balz im Telefongespräch mit dieser Zeitung. Er beschreibt S. als „feinen Kerl“. Umso mehr halte er das Vorgehen in den USA für „unglaublich“. S. sei „ein guter, vernünftiger Junge aus der Region“.

Zur Untätigkeit verdammt

Das betont auch Sebastian Krome. Er hat ebenfalls mit S. Abitur gemacht und sich mit ihm bei den alle fünf Jahre stattfindenden Klassentreffen ausgetauscht – das letzte Mal 2013 auf dem Rittergut Remeringhausen. „Als ich das mit der Festnahme eines VW-Managers in den Medien gelesen habe, wusste ich nicht, dass es sich um meinen ehemaligen Schulkameraden handelt“, sagt Krome, der heute in leitender Funktion in einem mittelständischen Unternehmen in Hamburg tätig ist. Nach dem Abitur hatten Krome und S. Maschinenbau in Hannover studiert, waren täglich gemeinsam dort hin gependelt. „Ich habe ihn als sehr korrekten Charakter kennengelernt“, betont der Wahl-Hamburger. Es sei S. schon immer darum gegangen, die Sachen richtig zu machen. Umso weniger kann sich Krome vorstellen, dass sein Schulkamerad wissentlich falsche Angaben gemacht haben soll.

Die Untätigkeit, zu der der Vater von S. aktuell verdammt sei, sei nur schwierig zu ertragen. „Aber wir werden ihn unterstützen.“ Seine eigentlich so positive und humorvolle Art hat der Stadthäger Geschäftsmann derweil nicht verloren: „Wenn wir meinen Sohn vom Flughafen abholen, können Sie vorbeikommen und ein Foto machen“, verspricht er. 

Von Mira Colic und Verena Insinger

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