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Stadthäger schlägt seine Ehefrau

Häusliche Gewalt Stadthäger schlägt seine Ehefrau

Vom Alkohol sollte ein Stadthäger vielleicht die Finger lassen, sonst könnte er eines Tages im Gefängnis landen. Seine Frau würde diese Abstinenz sicher begrüßen. Zweimal hatte der Arbeitslose (42) seine Gattin an unterschiedlichen Tagen im Mai vergangenen Jahres mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, nachdem er angetrunken nach Hause gekommen war. In einem Fall könnte Eifersucht das Motiv gewesen sein, denn er warf ihr Untreue vor. Er wurde zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Stadthagen/Bückeburg. Längst hat sich das Paar wieder vertragen, teilt wie früher Tisch und Bett. „Er ist vorübergehend ausgezogen, damit Ruhe einkehrt“, berichtete die Frau in einem Prozess vor der Berufungskammer am Bückeburger Landgericht, wo sie als Zeugin geladen war, unter Berufung auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht aber nicht aussagen wollte. Genau wie vor dem Stadthäger Amtsgericht, das den Mann zuvor wegen zweifacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt hatte, ausgesetzt zur Bewährung.

Dagegen legte der Stadthäger Berufung ein, die er jetzt nach etwa halbstündiger Verhandlung zurückzog. Besser ist das. Richter Thorsten Garbe, Vorsitzender der Kammer, riet dem Angeklagten, das Urteil „als Chance zu begreifen“. Erstens ist die Entscheidung mit der Auflage verbunden, an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen. So soll der Mann seine Aggressionen in den Griff kriegen, weil er im betrunkenen Zustand nicht nur gegenüber seiner Frau zu Gewalt neigte, sondern bereits mehrere Vorstrafen wegen Körperverletzung hat.

Zweitens erinnert die laufende Bewährung den 42-Jährigen daran, dass er sich nichts mehr zuschulden kommen lassen darf, die „Faust im Nacken“ sozusagen. Andernfalls könnte die Bewährung wiederrufen werden.

Richter Thorsten Garbe hatte die Frau in die Entscheidung des Mannes mit einbezogen. „Wir wollen Sie zu nichts zwingen“, meinte auch Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig. „Sonst hängt der Haussegen schief.“ Und man weiß ja, wohin das führen kann.

Das Paar zog sich daraufhin auf den Flur zurück, um die Sache zu besprechen. Einen Anwalt hatte der Mann nicht dabei. „Den kann ich mir nicht mehr leisten“, erklärte er. Bis zur Entscheidung, das Urteil zu akzeptieren, hatte der Angeklagte („Wir sind wieder ganz normal zusammen“) die Vorwürfe übrigens bestritten. „Es gab ‘ne Rangelei, aber keine Schläge“, versicherte er. „Ich würde nie eine Frau schlagen. Das ist das Allerletzte.“   ly

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