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Stadthagen Stadt Stadthägerin bringt Diabetes-Taschen auf den Markt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Stadthägerin bringt Diabetes-Taschen auf den Markt
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13:50 04.10.2018
Maren Schinz leitet das Start-up mysugarcase mit großem Erfolg. In ihren Diabetestaschen findet alles Platz, was man täglich braucht. Quelle: pr.
Stadthagen/Zürich

Sie war weder schön noch praktisch, und zeigen wollte sie sie unter keinen Umständen. Doch Maren Schinz brauchte eine Diabetestasche. Zehn Jahre ist es her, dass sie die Diagnose Diabetes erhalten hat. Inzwischen lebt die Stadthägerin in Zürich, wo sie ihr Start-up-Unternehmen mysugarcase vermarktet, das funktionale, qualitativ hochwertige und vor allem hübsche Diabetestaschen.

Sie habe nichts gehabt, womit sie sich ihr Leben mit Diabetes hätte schöner machen können, erzählt Schinz im Gespräch. Die Taschen, in denen sie ihre Utensilien verstauen sollte, seien schwarz, kaki-braun und „überhaupt nicht schön“ gewesen. Dafür sehr unpraktisch, denn nicht alles, was Schinz brauchte, habe dort hineingepasst.

Am liebsten hätte sie die Tasche versteckt, gesteht sie. Doch ihre Geräte seien ständig in Benutzung, umso öfter habe man sie darauf angesprochen. Die Idee, eine auf alle Anforderungen perfekt abgestimmte und hübsch anzusehende Tasche zu kreieren, sei ihr daher schon sehr bald gekommen. Der Name mysugarcase sei ihr Mitten in der Nacht eingefallen.

Die Suche nach einem Produzenten

Das ist inzwischen sieben Jahre her. Neben ihrer Arbeit hatte Schinz nicht immer die Zeit, sich vollends auf ihr Herzensprojekt zu konzentrieren.

Die größte Schwierigkeit habe darin bestanden, einen passenden Produzenten zu finden. Der erste Produktionsversuch sei ein kompletter Reinfall gewesen, erinnert sie sich. Durch Zufall habe sie kurz darauf die Produzenten der bekannten Marke Liebeskind getroffen. Doch deren Produkte werden in Portugal hergestellt, dementsprechend hoch sind die anfallenden Kosten. Kosten, die Schinz ihren zukünftigen Kunden nicht zumuten wollte.

Letztlich fiel die Wahl auf einen Schweizer Fabrikanten. Der produziere zwar in Thailand und nicht, wie sie es sich eigentlich gewünscht hätte, in Europa, doch Schinz sagt, sie könne sich sicher sein, dass die 60 Mitarbeiter dort faire Löhne erhalten.

Im Dezember 2016 ging mysugarcase an den Start. Am Anfang sei es zunächst einmal wichtig gewesen, positives wie negatives Feedback einzuholen. „Wir wollten sehen, ob es anderen Diabetikern mit ihren neuen Taschen auch so gut geht“, erklärt Schinz. Genau dies sei von Anfang an der Fall gewesen. „Die Patienten nehmen ihre Spritzen in den schöneren Taschen jetzt viel öfter mit“, freut sich die Gründerin.

„Women Startup Challenge“ gewonnen

Anfang des Jahres hat mysugarcase bei der „Women Startup Challenge“ den ersten Preis geholt. Nächstes Ziel: Ein Platz unter den ersten Dreien beim dmSTART!-Wettbewerb. Unter die 20 Finalisten haben es Schinz und ihr Team schon geschafft. Nun entscheidet ein Crowdfunding-Verfahren darüber, wie weit sie nach vorne kommen. Das vorgegebene Ziel waren 15000 Euro – die sind inzwischen zusammengekommen! Doch auch die Anzahl der Unterstützer wird von der Jury berücksichtigt. Die Produkte der drei Gewinner werden in bis zu 2000 dm-Filialen sowie online zu kaufen sein.

Schinz freut sich über jede Unterstützung, die mysugarcase erfährt. „Es geht mir darum, zu zeigen, was Diabetes ist. Ich nenne uns immer ein Family-and-Friends-Start-up. Unser Team wächst ständig“.

Wer mysugarcase beim dmSTART!-Wettbewerb unterstützen möchte, kann dies unter www.startnext.com/mysugarcase tun. Von Juliane Schwarz