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„Stadthagen braucht Zivilcourage“

Stadthagen / Stadtjugendpflege „Stadthagen braucht Zivilcourage“

„Stadthagen braucht Zivilcourage.“ Unter diesem Motto steht ein Projekt, das vom Schuljahrsbeginn 2011/12 bis Ende 2012 unter Koordination der städtischen Jugendpflege veranstaltet werden soll.

Stadthagen (ssr). Der Untertitel des Vorhabens heißt „Gemeinsam lernen, gemeinsam Werte finden, gemeinsam tätig werden“. Das Projekt wird vom Landespräventionsrat Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover, dem Landkreis Schaumburg und der Bürgerstiftung Schaumburg mit insgesamt 125 000 Euro gefördert. Es knüpft an ein aus Sicht der geldgebenden Institutionen und der wissenschaftlichen Begleitung als sehr erfolgreich gewertetes Stadthäger Projekt zur Gewaltprävention in den Jahren 2009 und 2010 an.

Beim Projekt „Zivilcourage“ sollen vor allem Schüler von der ersten bis zur elften Klasse, aber auch viele im weitesten Sinne mit Jugendarbeit in Berührung kommende Einrichtungen in Stadthagen eingebunden werden.

Grundlegende Zielsetzung ist es laut einer Formulierung des Stadtjugendpflegers Ralf Cordes, in einem nachhaltigen Diskussionsprozess und „mit Hilfe der Politik“ verbindliche Eckpfeiler für Werte zu installieren, um Möglichkeiten des Handeln im Sinne der Zivilcourage im örtlichen Bewusstsein langfristig zu verankern. Es gehe um das Verstärken eines sozialen Klimas, „in dem es sich beispielsweise als lohnend erweist, wenn man cuoragiert für Gewaltprävention eintritt“. Gemeint sei eine Kultur des Hinsehens, in dem grenzüberschreitendes Handeln wahrgenommen werde und Konsequenzen nach sich ziehe. Darüber hinaus heißt es in der Projektskizze: „Die Entwicklung beispielhafter Vorgehensweisen soll zunächst eine landkreisweite und dann landesweite Strahlkraft erreichen.“

Das Projekt wird durch den Einsatz etlicher auswärtiger Experten gestaltet und begleitet. Das Prozessmanagement übernimmt das Büro „Mensch und Region“ (Hannover), das auch das Projekt zur Gewaltprävention geleitet hatte. Mehrere theaterpädagogische Einrichtungen sollen mit Schülern unterschiedlichen Alters zum Thema soziale Werte und Zivilcourage arbeiten. Dazu zählt auch ein Angebot speziell für Jungen, in dem es um Techniken der konstruktiven Konfliktlösung geht.
Die gwonnenen Erfahrungen aller Beteiligter sollen in mehreren Schritten und am Ende zusammenfassend in einer „Zivilcourage-Konferenz“ öffentlich gemacht werden. Laut Ankündigung des Stadtjugendpflegers soll auch einschriftlicher „Zivilcourage-Leitfaden“ entstehen, der Handlungsanleitungen „zum bürgernahen Alltagsgebrauch“ enthalten soll. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Dozenten der Leibniz-Uni in Hannover. Diese sollen nicht nur einen auswertenden Bericht am Ende erstellen, sondern den Prozess auch beratend begleiten.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Bernd Hellmann kann das Projekt ein weiterer Baustein zur Vernetzung der vielfältigen Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit in der Kreisstadt sein. Als konkretes Ergebnis erhoffe er sich unter anderem die Entwicklung einer „aufsuchenden Jugendarbeit im Sinne eines street workers“ mit Blick auf Gruppen von Jugendlichen, die sich in keine organisierte Jugendarbeit einbinden lassen.

Wer über das Projekt und über mögliche Beteiligungsformen mehr wissen will, kann sich an Stadtjugendpfleger Ralf Cordes wenden: Telefon (05721) 782-193; E-Mail: r.cordes@stadthagen.de.

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