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Stadthagen Stadt Stadthagen hat einen Weltmeister
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Stadthagen hat einen Weltmeister
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15:10 23.08.2017
Wiebke und Thomas Schöttelndreier (von links) sowie Jürgen Mischke freuen sich über ihren Riesenerfolg. Quelle: sk
STADTHAGEN

FSR steht für ferngesteuerte „Superhet“ Renner mit schmalbandigen Empfängern, die das gleichzeitige Starten mehrerer Boote erlauben. 13 Nationen mit insgesamt 170 Teilnehmern waren in Polen dabei, Deutschland mit 26 Senioren und acht Junioren stark vertreten, so Schöttelndreier.

Dem Modellbau haben sich Mischke (57) und Schöttelndreier (52) – der eine stellvertretender, der andere Vorsitzender des MSV – bereits seit ihrem 14. Lebensjahr verschrieben, kamen über ihr technisches Hobby beide zum Ingenieurberuf. Die schnellen Boote blieben das faszinierende Hobby, von dem sich vor vier Jahren auch Schöttelndreiers Tochter Wiebke (20) anstecken ließ. Die angehende Bankkauffrau ging zum ersten Mal bei einer WM an den Start.

Sieger ist, wer die meisten Runden in einer vorgegebenen Zeit schafft

In den ersten Tagen gab es Probleme. Bei den Vorläufen streikte beim Boot des Vaters der Motor, das Renngerät der 20-Jährigen kippte um. Mit einem Ersatzboot ging es weiter. Schließlich konnten sich beide Stadthäger für das Finale qualifizieren. Ihre mehr als einen Meter langen Boote flitzten erfolgreich Runde um Runde den ovalen Kurs entlang, Wasserfontänen im Heck produzierend – ein Kennzeichen der Offshore-Klasse. Hier ragen die Antriebspropeller teils aus dem Wasser. Sieger ist, wer die meisten Runden in einer vorgegebenen Zeit schafft. Thomas Schöttelndreier musste sich ausschließlich einem chinesischen Konkurrenten geschlagen geben. Schöttelndreier freut sich auch über den Erfolg seiner Tochter: „Sie ist angekommen, und wir waren zusammen auf dem Treppchen.“

Den höchsten Platz auf dem Siegerpodest und damit den Weltmeistertitel errang in einer anderen Klasse Vereinskollege Jürgen Mischke. In der 15-Kubikzentimeter-V-Klasse gilt es, einen Kurs in Form des Buchstabens „M“ abzufahren, eine Strecke also mit vielen Kehren. Hier heißt es laut Mischke: „Mit Vollgas um die Kurve.“

Ausschlaggebend für besten Rundenzahlen sind der Motor und das Boot, der Starthelfer, der das Boot zu Wasser lässt und die Strecke im Auge behält – „und das Quäntchen Glück“. Bei Jürgen Mischke und Starthelfer Heiner Russe aus Hannover hat alles gepasst: Mischke siegte in seiner Klasse und genoss die Siegerehrung. Die deutsche Nationalhymne zu hören, sei schon toll gewesen. sk