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Stadthagen ist vielleicht älter als gedacht

Ausstellung im Museum Amtspforte Stadthagen ist vielleicht älter als gedacht

Als 2014 an der Klosterstraße 9 alte Gebäude abgerissen wurden, um Platz für zwei neue Wohnhäuser zu schaffen, wurden Archäologen in der Baugrube fündig: Unter anderem alte Holzpfosten aus dem späten Mittelalter, aber auch Gläser, Keramik, Messer und ein winziges Silberfigürchen aus späteren Jahrhunderten kamen zum Vorschein.

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Mit Wort und Hand: Jens Berthold (Dritter von rechts) erläutert Ausstellungsgästen die Fundstücke und deren Funktion.

Quelle: sk

STADTHAGEN. Die Relikte sind in einer Ausstellung im Museum Amtspforte zu sehen, die Montag eröffnet wurde und bis zum 30. April geöffnet ist.

 Der Titel der Ausstellung „Pfosten, Kacheln, Silbermännchen“ sei auf den ersten Blick „nichts, was einen hinter dem Ofen hervorholt“, bekannte Bürgermeister Oliver Theiß vor zahlreichen Gästen zur Ausstellungseröffnung. Die geborgenen Schätze seien allerdings hochinteressant. Er sei froh, dass es nicht effekthascherisch „In den Gruften von Stadthagen“ heißt. Spannungsfelder ergeben sich ohnehin in der Archäologie. Das Interesse der Altertumskundler sorge, so Theiß, oft für Ärger bei den Bauherren, die Bauverzögerungen hinnehmen müssten.

Kommunalarchäologe Dr. Jens Berthold, der die Ausgrabungen auf dem früheren Freihof der Familie von Oheimb in der Klosterstraße leitete und für die Ausstellung verantwortlich zeichnet, wies darauf hin, dass die Archäologie vor allem Erkenntnisse liefere über das Alltagsleben der Menschen früherer Jahrhunderte. Dieses werde oft wenig in schriftlichen historischen Zeugnissen beachtet. Im Rückblick auf eine Grabung an der Martini-Kirche vor einigen Jahren, zeigte Berthold auf, dass Stadthagen wohl doch älter ist, als angenommen. Eichenbohlen von entdeckten Sargresten datierten definitiv aus einer Zeit vor 1230. Mithilfe der Hölzer müsse die Geschichte der Stadt vielleicht neu geschrieben werden. sk

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