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Stalker droht seiner Ex mit dem Tod

Stadthagen Stalker droht seiner Ex mit dem Tod

Einen Stalker, der seiner Ex mit dem Tod gedroht hat, ist mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen.

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Stadthagen. Die Berufungsverhandlung hat gerade begonnen, da schlägt Verteidiger Niko Walther vor, dass der Angeklagte sich diesmal zu seiner Schuld bekennt. Dann ginge es nur noch um die Höhe der Strafe.

„Es stimmt nichts von dem, was die Frau behauptet“, fährt Walthers Mandant dazwischen. „Ich ziehe den Vorschlag zurück“, sagt der Anwalt. Etwa eine Stunde später verspricht der Angeklagte dem Vorsitzenden Richter Thorsten Garbe, ,,sie in Ruhe zu lassen‘‘. Gemeint ist seine frühere Lebensgefährtin, der er das Leben zur Hölle gemacht hat. Was ist passiert? Garbe hat den aufbrausenden Mann ins Gebet genommen, ihm klargemacht, dass er sich mit jeder Tat ins eigene Fleisch schneide.

Rechtsanwalt Dietmar Weyland, der das Opfer vertritt, glaubt nicht an die wundersame Wandlung des Täters. „Ich habe weiterhin Zweifel an seiner Einsichtsfähigkeit“, erklärt er. Zu sehr hat der 50-Jährige Weylands Mandantin zugesetzt. „Seit Jahren‘‘, so der Anwalt, „sucht sie Schutz vor Nachstellungen.“ Neudeutsch heißt das Stalking. Im Prozess geht es um zwei Fälle, einer davon in Tateinheit mit Beleidigung und Bedrohung.

Verhängt hat die Berufungskammer am Bückeburger Landgericht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Stadthagen fünf Monate Haft verhängt – ohne Bewährung. Dass der Stalker („Ich will meine Ruhe haben“) am Ende doch noch zu seiner Schuld steht und die Berufung auf das Strafmaß beschränkt, wirkt sich strafmildernd aus. Außerdem hat sich der staatliche Strafanspruch vermindert, weil die Taten schon länger zurückliegen.

Vor allem aber: „Wir glauben, dass sie es lassen werden, ihr nachzustellen“, wie Garbe erklärt. Seinen Optimismus stützt der Richter auch auf ein vorausgegangenes Urteil des Amtsgerichts Nienburg, wo es um ähnliche Vorwürfe ging. Opfer waren allerdings die Ex-Frau des Arbeitslosen (acht Vorstrafen) und ein Polizist. Die Nienburger Richter hatten das Verfahren gegen Auflagen eingestellt, um „einen Schnitt zu machen“, so Garbe. Es sei Gnade vor Recht ergangen. „Seitdem ist Ruhe eingekehrt“, berichtet Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig. Wohlgemerkt: Das gilt für den Nienburger Fall und die Ex-Frau.

Im jüngsten Prozess geht es um die ehemalige Lebensgefährtin. Im Mai 2012 hatte der Mann durchs Fenster in die Stadthäger Wohnung seiner Ex geschaut und das Opfer beschimpft. Geistesgegenwärtig betätigte die Frau eine Webcam an ihrem Computer und filmte den Wutausbruch. Im August desselben Jahres bekam sie eine Mail, in der ihr Verflossener sie unter anderen als ,,Müll‘‘ und ,,Dreck‘‘ beschimpfte. „Ich werde Dich finden und töten“, drohte er. Vor Angst verließ die Frau kaum noch das Haus.

Seit 2001 hatte das Paar eine sogenannte On-/Off-Beziehung geführt, sich wiederholt getrennt und wieder versöhnt. Endgültig Schluss war 2010. Nur der Mann wollte das offenbar nicht wahrhaben. Von seiner Ex fühlt er sich ungerecht behandelt und finanziell übervorteilt. Darüber mussten die Berufungsrichter jedoch nicht entscheiden. ly

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