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Start zur Interkulturellen Woche

Einfach mal das Fenster aufmachen Start zur Interkulturellen Woche

Dass es den Menschen möglich ist, miteinander zu leben, dass Gott es den Menschen zutraut, Kulturen und Streitende zu versöhnen, hat Landesbischof Karl-Hinrich Manzke am Sonntag in der St.-Martini-Kirche aufgezeigt. Anlass war der Eröffnungsgottesdienst zur Interkulturellen Woche in Niedersachsen.

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Jugendliche der Alevitischen Gemeinde Stadthagen spielen an der St.-Martini-Kirche auf der Saz.

Quelle: sk

Stadthagen. „Ich sehe was, das du nicht siehst“, mit dem Kinderspiel, stieg Manzke in seine Predigt ein. Bei dem Spiel nimmt jemand einen eher versteckten Gegenstand im Raum ins Auge, den die anderen erraten müssen, zum Beispiel anhand einer bezeichnenden Farbe. Was den Menschen in ihrem Lebensraum, der Welt, zwar nicht wie ein Scheunentor vor Augen steht, was sie aber entdecken können, ist in Manzkes Bild die Versöhnung. Diese sei möglich nach Worten des Apostels Paulus aus dem Predigttext (Römer 15, Verse 1-7): „Lasset einander also gelten und nehmt euch gegenseitig an, so wie Christus euch angenommen hat“, zitierte der Bischof
In Bezug auf die Flüchtlingsbewegungen in der Welt, und auf die große Kluft zwischen Arm und Reich, zeigte Manzke auf, dass „die Stärke der Starken die Schwäche der Schwachen bedingt“, etwa in dem die Industrieländer ihren Vorteil im Handel mit Ländern der dritten Welt suchen. Viel mehr aber solle sich der Starke das Leid der Schwachen zu Herzen gehen lassen. Nach diesem Empfinden handelten derzeit viele Menschen in Deutschland, was der Pastor als sehr positiv wertete.
Sich das Leid der anderen „gefallen zu lassen“ zeigte Manzke anhand einer Geschichte auf: Mutter Teresa sei einmal von einem Journalisten gefragt worden, warum sie ihr Leben nach Kalkutta verlegt habe. In diesem Moment sei ein Mann bei der Ordensschwester aufgetaucht, dem körperlich anzusehen war, dass er am Ende war. Mutter Teresa nahm den Mann in den Arm. „Das könnte ich nicht für 1000 Dollar!“ kommentierte der Journalist. „Dafür würde ich es auch nicht tun“, antwortete die Missionarin und ergänzte: „Ich muss es tun.“ Eine Mutter Teresa sei nicht jedermann. Aber um eine offenere, versöhnlichere Sicht auf die Mitmenschen zu bekommen, empfahl Manzke innerlich einfach mal „das Fenster aufmachen.“
Musikalisch gestaltete die Gruppe „Musica del Paradiso“ den Gottesdienst, die sich thematisch im mittelalterlichen Spanien ansiedelt. Dort lebten die drei Weltreligionen eine Zeit lang friedlich neben- und miteinander. Islamisch-christlich-jüdische Musik haben sich die Musiker auf die Fahnen geschrieben. Im Anschluss an den Gottesdienst saßen die Kirchenbesucher draußen bei Kaffee und Kuchen zusammen. Einen musikalischen Beitrag auf der Saz, einer Langhalslaute, steuerten Jugendliche der Alevitischen Gemeinde bei. sk

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