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Steht der Abriss kurz bevor?

Wasserturm Stadthagen Steht der Abriss kurz bevor?

Der historische Wasserturm am Georgschacht in Stadthagen muss wohl in Gänze abgerissen werden. Zu dieser neuen Einschätzung kommt das städtische Bauamt. Bisher war davon ausgegangen worden, dass nur der marode Stahlfachwerk-Kopf entfernt werden muss, der Rest des Turmes aber stehen bleiben kann.

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Der historische Wasserturm ist nicht mehr standsicher, muss möglicherweise in Gänze abgerissen werden.

Quelle: VR

STADTHAGEN. Damit wäre die Chance einer eventuellen Sanierung zu einem späteren Zeitpunkt erhalten geblieben. Aktuelle Untersuchungen durch einen Architekten und einen Statik-Ingenieur haben nun aber ergeben, dass auch die Turmbasis schwere Schäden aufweist. Wie Bauamtsleiter Gerd Hegemann im Planungs- und Bauausschuss berichtete, wurden im Mauerwerk zahlreiche große Risse entdeckt. Zudem ist der Turm massiv vom Hausschwamm befallen. Im Auflagebereich statisch notwendiger Träger hat sich das Mauerwerk gesetzt. Hinzu kommen großflächige Abplatzungen von Putz und Klinker im Fassadenbereich und die Gefahr des Absturzes ganzer Gebäudeteile. Das Fazit laut Hegemann: Der gesamte Wasserturm ist nicht mehr standsicher, sondern einsturzgefährdet.

Keinerlei Finanzmittel aus dem Erbe

Gespräche mit dem Nachlassverwalter des vor einigen Monaten verstorbenen Eigentümers haben ergeben, dass aus dem Erbe keinerlei Finanzmittel zur Verfügung stehen. Insofern muss die Stadt im Rahmen der zwingend erforderlichen Gefahrenabwehr einspringen. War bislang von Kosten in Höhe von 50.000 Euro ausgegangen worden, würde der Abriss des gesamten Turmes rund 130.000 Euro aus Finanzmitteln der Stadt beanspruchen.

Wie Hegemann erläuterte, besteht dringender Handlungsbedarf. Denn der Wasserturm steht direkt an einer viel genutzten Zufahrt unter anderem zur Biogas-Anlage. Zudem bewegen sich trotz Absperrungen auf dem Grundstück fast täglich Personen. Die Stadt muss laut Bauamtsleiter dafür sorgen, dass die öffentliche Sicherheit uneingeschränkt gewährleistet ist. „Diese können wir nicht länger gewährleisten, es muss etwas passieren“, fasste Hegemann zusammen.

Turm steht nicht unter Denkmalschutz

Der Wasserturm steht nicht unter Denkmalschutz. „Bemühungen im vergangenen Jahr, das zuständige Landesamt zu einer Erweiterung des Denkmalschutzes auf der Schachtanlage zu bewegen, haben zu keinem Erfolg geführt“, teilte Hegemann mit. Die Stadtverwaltung ist gehalten, die Gefahrenabwehr möglichst kostengünstig zu erreichen – und das wäre ohne Zweifel der Abriss.

Denn eine bauliche Sicherung des Wasserturms würde nach einer Kalkulation der Verwaltung 443.000 Euro kosten. Danach käme dann die eigentliche Sanierung des historischen Bauwerks, die nach Schätzung des Bauamtes je nach geplanter Nutzung noch einmal „mehrere 100.000 Euro“ verschlingen würde.

Der Politik steht theoretisch die Möglichkeit offen, den Weg der Sicherung und Sanierung mit den angegebenen Kosten zu gehen, anstatt den Abriss zu beschließen. Eine Vorentscheidung dürfte heute in der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses fallen, die Entscheidung ist für die Ratssitzung am 4. September geplant. ssr

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