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„Stille Reserven“ eingefädelt

Stadthagen / Wahl „Stille Reserven“ eingefädelt

Der Einsatz für den Erhalt und die Neuschaffung von Arbeitsplätzen in Stadthagen – das ist das Kernanliegen aller hiesigen Parteien und Wählerinitiativen, wie ein Blick in deren Programme für die Stadtratswahl zeigt. Wie beurteilt die Stadthäger Filiale der Agentur für Arbeit die derzeitige Ausgangslage auf dem Arbeitsmarkt in der Kreisstadt?

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Die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Stadthagen hat in jüngeren Jahren zugenommen. © pr.

Stadthagen (ssr). Zunächst einige Kerndaten im Vergleich zum Zeitraum der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten ist in Stadthagen seitdem um 2,2 Prozent gestiegen. Dabei lohnt ein genauer Blick: Bei den Männern ist in diesem Zeitraum ein Sinken um 0,8 Prozent zu verzeichnen, bei den Frauen hingegen ein Anstieg um stolze 5,4 Prozent. Die absoluten Zahlen sind nunmehr bei Männern und Frauen fast identisch, freilich der Anteil der Teilzeitstellen bei den Arbeitnehmerinnen weitaus höher.

Die Arbeitslosenquote hatte im September 2006 in der Kreisstadt 11,1 Prozent betragen, heute sind es 7,5 Prozent. Das freilich liegt nach wie vor über dem Landes- und Bundesschnitt. Zumindest vom Trend her positiv ist auch die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Deren Anteil an der Gesamtzahl der Jobsuchenden hatte vor fünf Jahren noch 46 Prozent betragen, heute sind es 39,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosen über 50 Jahre ist allerdings von 24,4 Prozent (2006) auf 27,2 Prozent (2011) angestiegen.

Nach Einschätzung von Cornelia Kurth, Leiterin der Agentur für Arbeit in Stadthagen, drücken sich in diesen Zahlen durchaus die Wirkungen der angesprungenen Konjunktur aus. Einer der Faktoren: Durch die gute Bahnanbindung verfüge Stadthagen über viele Auspendler, die flexibel auf frei werdende Jobs etwa in Hannover oder Minden aufspringen könnten.

Doch auch in Stadthagen selber habe der Aufschwung Zeichen hinterlassen. Dies habe dazu geführt, dass „stille Reserven“, nämlich vor allem Frauen und Langzeitarbeitslose, „wieder für den Arbeitsmarkt reaktiviert werden konnten“. In beiden Gruppen handele es sich dabei allerdings fast ausschließlich um höher qualifizierte Arbeitnehmer. Mittlerweile stoße man in diesem Bereich „an die Grenze derjenigen, die noch leicht vermittelbar sind“. Umso wichtiger sei es, so Kurth weiter, verstärkt Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen aller Art anzubieten. Ausdrücklich bedauerte die Expertin deswegen, dass die Bundesregierung das Geld gerade für diesen Bereich stark gekürzt habe.

Um die vor Ort beeinflussbaren Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes weiter zu verbessern, empfiehlt Kurth den Kommunalpolitikern auf Nachfrage: Es gelte, die Verkehrsanschlüsse weiter zu optimieren. Zudem müsse das Betreuungsangebot in Kitas noch weiter flexibilisiert werden, abends etwa bis 19 Uhr. „Nur so kann eine Mutter mehr als eine halbe Stelle im Einzelhandel annehmen.“

Der große Bedarf im Bereich Pflege erfordere mehr Arbeitskräfte. Um diese zu bekommen, müssten Image, Bezahlung und Arbeitsbedingungen aber oft attraktiver gestaltet werden, so Kurth. Arbeitgebern empfahl die Expertin, noch bereitwilliger auch ältere Arbeitnehmer sowie junge Leute trotz nicht optimaler Zeugnisse einzustellen. „Oft erweist die Praxis, dass es trotzdem gut klappt“. Für Jugendliche ganz ohne Schulabschluss müsse es gezielte Förderprogramme geben.

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