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Stillstand am Bahnhof

Stadthagen Stillstand am Bahnhof

Seit Tagen wird bei Facebook über einen möglichen Verkauf des Bahnhofsgebäudes in Stadthagen diskutiert und darüber spekuliert, was mit dem historischen Gebäude geschehen soll. Anlass ist ein entsprechendes Schild des Frankfurter Unternehmens Main Asset Management (MAM) an dem Ensemble.

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Das Bahnhofsgebäude wurde vor etwa 160 Jahren gebaut und steht zum Verkauf. js

Stadthagen.. Doch ganz so dramatisch wie bei Facebook gestaltet sich die Situation nicht. Die Firma aus Hessen sucht zwar einen Käufer für die Immobilie. Vollzug kann das Main Asset Management indes noch nicht vermelden: „Die Diskussionen, die momentan laufen, sind leider nur Gerüchte, es wurde nicht verkauft“, heißt es seitens einer Sprecherin des Unternehmens. Das MAM betreut und verwaltet das Ensemble für die Patron Elke S. a. r. L. in Luxemburg.

Die Deutsche Bahn AG hatte das Gebäude im Jahr 2004 an die First Rail Property GmbH verkauft. Der Verkauf durch die Bahn AG gehörte zu einem groß angelegten Programm, bei dem sich das Unternehmen von mehreren Bahnhöfen in kleinen Städten und Mittelzentren getrennt hat.

Mittlerweile gehört das Gebäudeensemble in der Kreisstadt laut MAM eben jener Patron Elke S. a. r. L., die ihren Sitz in Luxemburg hat (siehe Kasten). Der Eigentümer tritt vor Ort jedoch nicht in Erscheinung. Die Patron Elke S. a. r. L. lässt die Immobilie in Stadthagen derzeit von dem Main Asset Management betreuen und verwalten.

Die Größe des Grundstücks an der Bahnhofstraße in Stadthagen gibt das Frankfurter Unternehmen auf ihrer Internetseite mit mehr als 9600 Quadratmetern an. Zu einem möglichen Kaufpreis wollte das MAM allerdings nichts sagen und schwieg sich aus. Auch hinsichtlich der Pläne für die Immobilie geben sich Verwalter aus Hessen zurückhaltend.

Doch nicht nur auf der Homepage des Verwalters gibt es Liegenschaften an den Bahngleisen. Potenzielle Interessenten können neben dem historischen Gebäude ein weiteres angrenzendes Grundstück erwerben, welches sich noch im Besitz der Bahn AG befindet. Das 10000 Quadratmeter umfassende Terrain steht laut eines Vertreters des Konzerns „seit kurzer Zeit“ zum Verkauf. Das Areal soll hauptsächlich für Geschäftsleute interessant sein, da im Umfeld zukünftig ein Misch- beziehungsweise Gewerbegebiet erschlossen werden soll. Den Zuschlag für das unbebaute Areal würde der Höchstbietende erhalten – Interessenten gibt es dem DB-Sprecher zufolge bisher allerdings noch nicht. js

Durch viele Hände

Die Deutsche Bahn AG hat sich im Jahr 2004 von einer Vielzahl an Bahnhofsgebäuden getrennt, da die Unterhaltung der Immobilien für das Unternehmen sehr kostspielig war. Die betreffenden Ensembles mit zum Teil historischer Bausubstanz lagen über die gesamte Bundesrepublik verteilt. Dazu gehörten etwa die Bauten in Mössingen bei Tübingen, die Bahnhöfe in Blaufelden und Schrozberg im Fränkischen sowie das Ensemble in Thalfingen bei Ausgburg.

Den Zuschlag erhielt vor zehn Jahren vielerorts die First Rail Estate. Die Firma wollte die Gebäude unter Berücksichtigung kommunaler Belange entwickeln. Wenige Jahre später trennte sich die First Rail Estate jedoch wieder von den Gebäuden. Käufer war in vielen Fällen die Londoner Kapitalgesellschaft Patron Capital Advisers, hinter der Keith M. Breslauer steht. Dieser hat viele, oftmals unprofitable und für Probleme sorgende Ensembles an die Patron Elke S. a. r. L. in Luxemburg weitergereicht.

In vielen betroffenen Städten häuft sich mittlerweile die Kritik seitens der Politik und Verwaltungen sowie Mietern an den Eigentümern, da diese die Bahnhöfe verkommen lassen sollen oder Versprechungen nicht umgesetzt worden sind. bes

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