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Störer ernten kein Verständnis

Nach Gesprächsabend Störer ernten kein Verständnis

Mit Ablehnung hat der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Stadthagen auf die Tumulte bei einem Gesprächsabend in der Alten Polizei reagiert. „Das ist nicht in Ordnung“, sagte Mehmet Yabas auf Anfrage der SN.

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Quelle: pr.

Stadthagen. Mit seiner Aussage bezog er sich auf eine etwas mehr als zehn Personen große Gruppe, die mit Zwischenrufen wie „Sie lügt“ die türkische Gewerkschafterin Sakine Esen Yilmaz niedergebrüllt hat.

Treffen mit demIntegrationsbeirat

„Wir müssen uns auch anhören, wie der andere denkt“, sagte Yabas. „Das gehört dazu.“ Er selbst sei zu dem von der Lehrergewerkschaft GEW organisierten Abend eingeladen, jedoch beruflich verhindert gewesen. Am 13. Februar will Yabas sich mit dem Stadthäger Integrationsbeirat treffen, um die Ereignisse des Abends zu besprechen. Unter anderem wolle er bis dahin herausfinden, ob die aggressiven Störer aus der Stadthäger Gemeinde stammen.

Deren Dachorganisation ist der Mocheeverband Ditib, der zuletzt in die Schlagzeilen geraten war, weil einzelne Imame in Verdacht stehen, sie könnten im Auftrag der Regierung Erdogan mutmaßliche Gülen-Anhänger bespitzelt haben. Yilmaz als Rednerin des Abends ist Kurdin und Generalsekretärin der türkischen Lehrergewerkschaft Egitim Sen. In der Türkei drohen ihr nach eigenen Angaben 22 Jahre Haft.

Alevitischer Kulturverein: „Wir akzeptierendieses Verhalten nicht“

„Es ist schade, dass wir nicht eingeladen waren“, befand gestern Zabit Cetin. Weiterhin führte der Vorsitzende des Alevitischen Kulturvereins aus: „Wir akzeptieren dieses Verhalten nicht und hätten die Veranstaltung gern unterstützt.“ Zwar stimme er nicht in allen Punkten mit Yilmaz überein. „Aber wir sind uns einig darin, dass wir uns Sorgen darüber machen, was im Moment in der Türkei läuft.“

Ähnlich wie den Kurden wird der ethnischen Minderheit der Aleviten von der Regierung Erdogan mehr oder weniger direkt vorgeworfen, mit den Putschisten des Sommers 2016 zu sympathisieren. In Deutschland lebende Sprecher der Aleviten haben Erdogan auch vor dem Putsch immer wieder kritisiert.

Ylmaz’ Begleiter Süleyman Ates vom GEW-Hauptvorstand betonte gestern noch einmal, die Störaktion sei auf der bisher rund 15 Termine umfassenden Tour einmalig gewesen. In anderen Städten habe man mit Erdogan-Anhängern zumindest noch diskutieren können. Ylmaz habe „traurig und zornig“ reagiert. Ates: „Wegen Menschen mit dieser Haltung ist sie aus der Türkei geflohen.“ jcp

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Talk-Runde eskaliert

Tumultartige Szenen bei einem Gesprächsabend in der Alten Polizei in Stadthagen. Weil die Situation eskalierte, wurden einige Zuschauer rausgeschmissen. Anlass war ein Besuch von Sakine Esen Yilmaz, die auf Einladung der GEW in die Kreisstadt gekommen war. Yilmaz ist aus der Türkei geflohen, weil sie – nach eigenen Angaben – ihre Meinung nicht vertreten konnte.

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