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Streit im Restaurant eskaliert

Stadthagen / Gericht Streit im Restaurant eskaliert

Wer hat wen geschlagen? Die Ansichten darüber, was sich 2013 im Stadthäger „Kochlöffel“ zugetragen hat, gehen auseinander. Für einen 28 Jahre alten Libanesen aus Stadthagen endete es jedenfalls gestern vor dem Amtsgericht Stadthagen mit einer Geldstrafe. Sein Bruder (21) muss für ein Wochenende in den Jugendarrest.

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Stadthagen. . Am 1. August vergangenen Jahres war die Familie in dem Schnellrestaurant an der Niedernstraße mit einem 42-Jährigen Wiedensahler aneinandergeraten. Nach Darstellung der Angeklagten soll der 42-Jährige, der als Zeuge geladen war, den jüngeren der beiden Brüder auf der Toilette ins Gesicht geschlagen und ihn beim Rausgehen mit der Tür am Fußknöchel verletzt haben. 

Dem vorausgegangen war ein Streit um den Zugang zum Waschbecken in den beengten Sanitärräumen. Er sei beim Urinieren angepöbelt worden, sagte der Wiedensahler zu dem Vorfall. Außerdem habe ihn der 21-Jährige als „Nazischwein“ bezeichnet und ihm gedroht, ihn „abzustechen“. Als der junge Stadthäger ihn attackieren wollte, habe er ihn weggedrückt.

Der 21-Jährige selbst sagte, er habe den Wiedensahler gebeten, ihm am Waschbecken Platz zu machen. „Da hat er mich direkt angegangen.“ Zur Gegenwehr sei er nicht in der Lage gewesen, weil er seine Tabletten, die er wegen einer psychischen Störung nehmen muss, schon lange nicht mehr eingenommen hatte und deshalb die Situation anders wahrgenommen habe. Dass beide nicht ganz nüchtern waren, dürfte ein Übriges beigetragen haben.

Kurz darauf ging der Streit im Restaurant weiter: Die Mutter der beiden Angeklagten kam zum Tisch des Wiedensahlers, der dort mit seiner Frau aß, und fragte ihn, warum er ihren Sohn geschlagen habe.

Auch hier gehen die Meinungen darüber, was tatsächlich passiert ist, weit auseinander. „Der Dicke frisst zu viele Hamburger“, soll da als Beleidigung in Richtung des 21-Jährigen gefallen sein, und auch Fäuste, Spucke und ein Stuhl flogen in Gegenrichtung, wobei der 28-Jährige den Stuhl lediglich zu Boden geschleudert haben will. Er habe dem Wiedensahler den Stuhl weggenommen, nachdem dieser damit seine Familie bedroht habe, stellte es der Angeklagte dar. Er selbst habe nur zu vermitteln versucht.

Ein geladener Zeuge konnte wenig zur Aufklärung beitragen. Dass der 28-Jährige den Wiedensahler jedoch ins Gesicht geschlagen hat, sah Richter Kai Oliver Stumpe als erwiesen an.

Insgesamt 700 Euro wegen Bedrohung und Körperverletzung muss der 28-Jährige, der fast sein ganzes Leben in Deutschland verbracht hat, nun bezahlen. Angesichts seines langen Vorstrafenregisters sei keine geringere Strafe möglich, so Stumpe. Sein Bruder ging in dieser Sache straffrei aus, wurde allerdings von Richter Stumpe wegen zweier Diebstähle zu Jugendarrest verurteilt. Der 21-Jährige hatte im April 2013 bei Netto und Rewe eine ganze Reihe von alkoholischen Getränken mitgehen lassen, ohne zu bezahlen. „Ich war einfach dumm“, sagte er. aw

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