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Supermärkte graben Kiosken das Wasser ab

Lage und Öffnungszeiten entscheidende Faktoren Supermärkte graben Kiosken das Wasser ab

Sonnabendvormittag ist Hauptumsatzzeit im städtischen Einzelhandel. Nicht so beim Kiosk am Viehmarkt. Der hat am Sonnabend zu. Kioske, kleine Verkaufsstellen – oft in Form eines Häuschens oder einer Bude –, haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Und so manche gerät in Bedrängnis, weil Angebot und Öffnungszeit sie nicht mehr vom übrigen Einzelhandel abheben.

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Onur Ceylan: „Wir können nicht klagen.“

Quelle: sk

Stadthagen (sk). „Ich bin eingekesselt von vier großen Märkten – und alle haben Lotto im Angebot“, stellt Karin Göing ihre Situation dar. An der Bahnhofstraße, etwa 100 Meter vom Bahnhof entfernt, betreibt die 46-Jährige ihren kleinen Laden. Lotto ist ein wichtiges Geschäftssegment. Seitdem allerdings viele Supermärkte den Gewinnspielservice anbieten, kommen weniger Leute zu Göing. Und auch ihr übriges Angebot, Tabak, Zeitschriften und Alkohol, bekommt der Kunde im Supermarkt oder Discounter.
Karin Göing hat versucht, mit besonderen Produkten eine attraktive Nische zu finden, nannte ihr 30 Quadratmeter-Geschäft „Genusslädchen“. Neben den Kiosk-Klassikern für den täglichen Bedarf offerierte sie besondere Feinkost, von Wirsing-Chips über Schaumburger Honig bis hin zu feinen Schnäpsen. Aber das habe bei den Stadthäger nicht gezogen, bedauert die Kauffrau.
Göing schließt ihren Kiosk zum Jahresende nach sieben Pachtjahren. So mancher wird ihren Laden vermissen, auch die persönliche Ansprache. „Ich habe wahnsinnig viele liebe Menschen kennengelernt“, sagt Göing. Ihr winziger Laden bietet eine ruhige unaufgeregte Atmosphäre – und ein bisschen Quatschen, das ging immer.
Nicht drinnen sondern draußen stehen die Kunden von Ali-Riza Ceylan, der einen typischen Kiosk, einen eckigen kleinen Bau am Viehmarkt, betreibt, direkt neben dem Busbahnhof. „Wie viel kosten die denn?“, will eine Grundschülerin wissen und zeigt über den Tresen auf „Saure Stangen“. „Zehn Cent“, sagt Onur Ceylan. Der 20-Jährige vertritt seinen Vater. Innerhalb weniger Minuten kommen weitere Schüler zum Kiosk, auch Erwachsene.
Die Nähe zur Schule und zum Busbahnhof lassen beim Dienst im Kiosk keine Langeweile aufkommen. Die Lage der Verkaufsstelle und deren Öffnungszeiten spülen das Publikum vor das offene Fenster, durch das Ceylans Zeitschriften und Tabakwaren verkaufen, Getränke, Süßigkeiten und Kaffee, montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr und sonntags von 9 bis 20 Uhr. Der Laden läuft. „Wir können nicht klagen“, sagt Onur Ceylan.
Die Lage des Kiosk erklärt auch, warum am Sonnabend geschlossen ist. Die Kunden fehlen. Die Schulen sind geschlossen, und kaum jemand ist auf dem Weg zur Arbeit. Vom Wochenmarktgeschehen fällt für den Kiosk nichts ab. Dafür öffnen Ceylans ihre Bude sonntags – als Anlaufpunkt für Touristen und Stadtbummler.

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