Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Täter nicht auch noch „einladen“

Tag des Einbruchschutzes Täter nicht auch noch „einladen“

Der Klassiker ist die offenstehende Garage ohne Wagen. Dies sei ein Signal für potenzielle Einbrecher, dass wohl niemand zu Hause ist, erklärt der Stadthäger Polizeisprecher Axel Bergmann. Es seien solche „Einladungen“, auf denen die Streifen gezielt anlässlich des Tags des Einbruchschutzes am 30. Oktober achten würden.

Voriger Artikel
Auf dem Festplatz geht es rund
Nächster Artikel
Ein Dank für das Geleistete

Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Dafür werden im Bereich der Dienststelle Stadthagen Funk- sowie Fahrradstreifen eingesetzt, die Anwohner über Maßnahmen informieren sollen, wie ihre Häuser sicherer gemacht werden können. Mit Flyern sollen die Beamten die Bewohner sensibilisieren, etwa ihre Fenster nicht auf kipp stehen zu lassen. „Für die Polizei und die Versicherung ist ein gekipptes Fenster gleich ein offenes.“ Das Ziel der Kampagne ist klar: „Wir wollen es den Tätern im Vorfeld nicht so leicht machen.“ Diese gingen nämlich nicht wahllos vor, sondern suchten sich das Haus, wo sie mit dem geringsten Widerstand rechnen.

„Die Einbrecher wollen nur zwei Dinge: Beute machen und dabei nicht erwischt werden.“ Deswegen bevorzugten sie leere Objekte.

Haus durch Licht bewohnt aussehen lassen

„Deswegen ist es wichtig, die Häuser durch Licht und Geräusche bewohnt aussehen zu lassen.“ Durch Zeitschaltuhren oder heutzutage auch mit Smart-Home-Systemen, die sich per App mit dem Smartphone steuern lassen, gebe es da viele Möglichkeiten. Dies seien preiswerte Maßnahmen, „um im Vorfeld sein Haus gar nicht erst interessant zu machen“. Auch die Türklingel sollte abgeschaltet werden, damit Täter nicht durch Sturmklingeln überprüfen können, ob jemand zu Hause ist. „Gerade im ländlichen Bereich profitieren wir von einer funktionierenden Nachbarschaft“, so Bergmann. Wachsam sein, wenn Fremde auftauchten, so sein Rat.

Von vermeintlichen Sicherungsmechanismen wie Kamera-Attrappen, bellenden Türklingeln und Schildern, die vor einem wachsamen Hund warnen, hält Bergmann nicht viel und drückt sich diplomatisch aus: „Diese Sachen schaden nicht, darauf verlassen sollte man sich aber keinesfalls.“ Das einzige, was er in diesem Zusammenhang für sinnvoll halte, sei ein TV-Simulator. Dieser erzeuge ein Fernsehflackern, das, an einer strategisch günstigen Stelle eingesetzt, einen Täter so weit verunsichern kann, dass er von seiner geplanten Einbruch ablässt. So ein Gerät sei bereits für 20 Euro zu haben.

Techniken vom Discounter vermeiden

„Elektronik kann keine Einbrüche verhindern, das kann nur Mechanik, also Schlösser, Gitter und Riegel“, schränkt Bergmann allerdings ein. Wer sich über Maßnahmen zum Einbruchsschutz informieren möchte, ist bei Axel Bergmann an der richtigen Adresse. Er begutachtet die Häuser und gibt Tipps. Eins macht der Experte deutlich: Von vermeintlicher Technik aus dem Discounter hält er nichts, er empfiehlt nur zertifizierte Firmen, die sich mit dem Thema auskennen. Die Grundsicherung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus koste etwa 5000 Euro. Eine stolze Summe. Was bekommt man dafür?

Die meisten Fenster seien in sekundenschnelle aufgehebelt, weiß der Fachmann. Sogenannte Pilzkopfverriegelungen würden hier Abhilfe schaffen. 15 Prozent der Täter schlagen laut Bergmann aber auch einfach eine Scheibe ein. Dagegen helfe eine einbruchhemmende Folie, die unsichtbar sei. „Der durchschnittliche Einbrecher verzweifelt daran“, sagt Bergmann mit einem Schmunzeln.

Solch eine Investition sei vor allem für Bewohner von Einfamilienhäusern in „gediegenen“ Wohnlagen sinnvoll. „Beim wohlsituierten Mittelstand ist fast immer Beute zu finden, das wissen die Einbrecher.“ Die Täter hätten es vor allem auf Schmuck, Uhren, Silberbesteck und Bargeld abgesehen. „Sie wollen kleine Dinge, die sich schnell zu Geld machen lassen.“  www.polizei-beratung.de col

factbox

Tag des Einbruchschutzes

Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ findet der Tag des Einbruchschutzes jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet – in diesem Jahr am 30. Oktober. Die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde soll genutzt werden, um sich über Einbruchschutz zu informieren und die Sicherheitsempfehlungen der Polizei in dem Alltag umzusetzen.

Die zentrale Veranstaltung der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg ist eine Ausstellung in Kooperation mit dem Polizeimuseum Nienburg (24. bis 29. Oktober). Dort präsentieren sich unter anderem der „Weisse Ring“ und Handwerker. In allen vier Schaumburger Dienststellen (Stadthagen, Bückeburg, Rinteln und Bad Nenndorf) soll es verstärkte Polizeipräsenz und Informationen seitens der Beamten geben. col

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg