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Tankstellen-Räuber mit schlechtem Gewissen

Berufung zurückgezogen Tankstellen-Räuber mit schlechtem Gewissen

Es bleibt bei der Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, für einen 27-Jährigen, der im März 2014 eine Tankstelle in Stadthagen überfallen hatte. Die Beute hatte er auf der Flucht aus dem Fenster geworfen. Seine Berufung vor dem Bückeburger Landgericht hat der Täter jetzt zurückgezogen.

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Quelle: DPA

STADTHAGEN.  Kurz nach einem Überfall auf eine Stadthäger Tankstelle hat den Räuber das schlechte Gewissen gepackt. „Aus Reue und Angst“, so Richter Kai Oliver Stumpe, warf der Täter während seiner Flucht die gesamte Beute aus dem Autofenster. Rund 4300 Euro in bar sowie vier Stangen Zigaretten landeten auf der Straße.

Mit im Fahrzeug soll ein zweiter Täter gesessen haben, dessen Identität bis heute unbekannt ist. Aus dem Fenster flog nahe der Straße Am Georgschacht auch die Tatwaffe, eine Spielzeugpistole. Vor Strafe bewahrt den Mann aus Hannover der plötzliche Sinneswandel jedoch nicht. Wegen schwerer räuberischer Erpressung verhängte das Schöffengericht in Stadthagen gegen ihn im vergangenen November eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung.

Berufung zurückgezogen

 Dieses Urteil hat der Angeklagte zunächst angefochten. Vor dem Bückeburger Landgericht sollte jetzt die Berufungsverhandlung stattfinden. Bereits im Vorfeld des Prozesses hatte der 27-Jährige seine Berufung jedoch zurückgezogen. Nun bleibt es bei der Stadthäger Entscheidung aus erster Instanz.

 Maskiert mit einer Sturmhaube hatte der Räuber am 19. März 2014 gegen 22.15 Uhr die Tankstelle betreten und einen Angestellten, der ihm entgegenkam, mit vorgehaltener Waffe zurück in den Kassenbereich gedrängt. Die Spielzeugpistole sieht aus wie ein echtes Schießeisen – zumindest für Laien. Der Angestellte gab dem Mann exakt 4316,55 Euro, um genau zu sein, außerdem die Zigaretten. Der Täter stopfte die Beute in einen mitgebrachten Müllsack, stieg in das Fluchtauto und verschwand in der Dunkelheit.

Geständnis vor dem Schöffengericht

 Vor dem Schöffengericht legte er später ein entsprechendes Geständnis ab. Dies musste sich strafmildernd auswirken. Richter Kai Oliver Stumpe und seine beiden Schöffen halten das Geständnis für glaubhaft. Außerdem geht das Gericht von einem minder schweren Fall der schweren räuberischen Erpressung aus. Dafür spreche erstens das Verhalten des Räubers nach der Tat, zweitens dessen dilettantisches Vorgehen.

 Im Vorstrafenregister des 27-Jährigen stehen zwar bereits acht Einträge, bisher ist der Hannoveraner aber stets mit Geldstrafen davongekommen. Dennoch ist das jüngste Urteil quasi die letzte Warnung. Falls der Angeklagte erneut Straftaten begeht, werde das „unweigerlich in die Haft führen“, so Richter Stumpe.

Günstige Sozialprognose

 Für den 27-Jährigen spricht auch, dass er zwischenzeitlich Arbeit gefunden hat. Dies trägt zu einer „günstigen Sozialprognose“ bei. Dass der Betreiber der Tankstelle das geraubte Geld komplett zurückbekommen hat, gehört zu den „besonderen Umständen“, die nötig sind, damit Gerichte in Fällen wie diesem noch auf Bewährung erkennen können.

 Zwei Monate der zweijährigen Bewährungsstrafe gelten bereits als vollstreckt, weil sich das Verfahren so lange hingezogen hat. Das Urteil ist rechtskräftig. ly

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