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Stadthagen / Befragung Teures Außenbecken

Am kommenden Montag wird allen Haushalten in Stadthagen ein Informationsblatt der Stadtverwaltung in die Briefkästen flattern. Es trägt den Titel „Schwimmen in Stadthagen“.

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 Das seit vier Jahren geschlossene Wellenfreibad dümpelt vor sich hin – ob an dieser Stelle irgendwann wieder Badegäste planschen, darüber wird derzeit heiß diskutiert.

Quelle: rg

Stadthagen. Im Kern geht es auf den eng bedruckten vier Seiten um die Option, am Tropicana ein Außenschwimmbecken zu bauen. Das Papier soll seinem Wortlaut nach „auf die Bürgerumfrage vorbereiten“, die dazu am 29. September beginnt (wir berichteten).

 Als Möglichkeiten vorgestellt werden ein Mehrzweckbecken, zwei Varianten eines Sportbeckens, die Sanierung des Wellenfreibads und ein Schwimmteich. Zum Mehrzweckbecken heißt es, ein solches würde „deutlich zur Attraktivitätssteigerung des Tropicanas beitragen“ und „dürfte sich im Hinblick auf die derzeitig rückläufigen Besucherzahlen positiv auswirken“. Die anderen Varianten werden eher kritisch bewertet. Dies gilt insbesondere für das Wellenfreibad, und zwar wegen seiner Unwirtschaftlichkeit. Es ziehe nur an den wenigen Hochsommertagen kräftig Besucher an, weise aber über drei Monate Betriebszeit hohe Kosten auf.

 Für jede Option werden akkurat die Kosten aufgelistet. Die belaufen sich demnach bei einem Mehrzweckbecken auf zwei Millionen Euro. Dieselbe Investitionssumme würde für die Sanierung des Wellenfreibads fällig. Ein Sportbecken würde rund eine Million Euro kosten. Dazu kommen jährliche Defizite: beim Sportbecken 140.000 Euro, beim Mehrzweckbecken 195.000 Euro und beim Wellenfreibad sogar 340.000 Euro.

 Unter der Überschrift „Zahlen und Fakten“ geht es in dem Info-Blatt am Ende ausführlich ums Eingemachte, nämlich um das Geld. So werden die Gesamtinvestitionen der Stadt, die im Jahr 2015 bisher mit 1,23 Millionen Euro geplant sind, jenen zwei Millionen für ein Mehrzweckbecken gegenübergestellt. Dazu heißt es: „Aufgrund des zurückhaltenden Investitionsverhaltens der Stadt kann der Schuldenstand in den kommenden Jahren voraussichtlich wieder leicht verringert werden. Dieses wäre nicht möglich, wenn das geplante Außenschwimmbecken gebaut würde.“

 Aufgezeigt wird auch, dass das Tropicana schon heute einen jährlichen Verlust von zwei Millionen Euro aufweist. Dann wird vorgerechnet: „Durch das Außenschwimmen würde sich der Verlust der Stadt noch weiter erhöhen“, beispielsweise um jährlich fast 200.000 Euro beim Bau eines Mehrzweckbeckens.

 Und weiter: „Die angespannte Haushaltslage lässt jedoch keinen Spielraum für weitere Verluste zu.“ Die Finanzierung eines Außenschwimmbeckens könnte durch Kürzung bei Einrichtungen wie Familienzentrum, Alte Polizei oder Bücherei gesichert werden. „Dieses jedoch ist derzeit nicht gewollt.“

 So bleibe „als einzige Möglichkeit“ die Erhöhung der Gewerbe- oder der Grundsteuer. Um die jährlichen Verluste eines Mehrzweckbeckens zu sichern, müsste beispielsweise die Grundsteuer um 50 Punkte erhöht werden. Das würde für ein Einfamilienhaus eine jährliche Mehrbelastung von 44 Euro bedeuten. Aber „Stadthagen liegt schon deutlich über den Hebesätzen der umliegenden Gemeinden.“ Eine Erhöhung der Grundsteuer sei „kritisch zu sehen, da diese für viele Familien bei der Wohnortwahl ein wichtiger Standortfaktor sein kann“. ssr

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