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Stadthagen Stadt Tierheim-Chefin: „Ich bin es leid“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Tierheim-Chefin: „Ich bin es leid“
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00:16 23.09.2016
Diese Katzenmama und ihre vier Jungen werden in der Quarantänestation aufgepäppelt. Foto: mak Quelle: mak
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Stadthagen

„Wir bekommen jeden Tag Anrufe von Menschen, die freilaufende Katzen füttern und sich dann melden, wenn diese Katzen Nachwuchs haben“, sagt Tierheimleiterin Kerstin Kassner. Aktuell kümmern sich die Mitarbeiter um mehr als 30 Katzen und Kitten in der Quarantäne-Station. Und das geht ordentlich ins Geld: Die Kitten brauchen in der Regel drei bis vier verschiedene Augensalben aufgrund von Infektionen, eine Grundimmunisierungsspritze, Dauerantibiotika, Katzenbabyfutter und Mittel zum Entwurmen und Entflohen. „Die Rechnung bekommen wir vom Tierarzt komplett am Ende“, erklärt Kassner.

Rechtliche Verantwortung

Die Kastrationspflicht gilt für alle Halter von freilaufenden Katzen. Auch wer eine freilaufende Katze regelmäßig füttert, ist dazu verpflichtet, sich um die Kastration des Tieres zu kümmern. Das bestätigt Bettina Burger, Sprecherin der Stadtverwaltung Stadthagen, auf Anfrage dieser Zeitung. „Genau das wissen aber viele nicht“, klagt Kassner. Weist sie die Leute am Telefon darauf hin, dass sie rechtlich verantwortlich sind für das Tier, das sie füttern, wird das abgestritten.

Das Problem: Am Anfang sind die Kitten noch klein und süß und werden von den vermeintlichen Tierfreunden umsorgt. „Sobald sie älter und verwildert sind, müssen wir ran“, sagt Kassner und betont: „Wir haben mittlerweile keinen Platz mehr, müssen schon auf Hasenkäfige für die Kitten ausweichen.“

Mittlerweile fehlt den Tierschützern sogar die Zeit, die Tiere einzusammeln. Verwunderlich: Niemand, der sich meldet, habe die Möglichkeit, die Tiere selbst vorbeizubringen, merkt Kassner an. Aber auch die Kapazitäten des Tierschutzvereins seien begrenzt. Kassner verfügt über eine lange Liste von Namen und Adressen solcher Menschen, die gegen die Kastrationspflicht verstoßen. „Ich habe diese Liste der Stadtverwaltung zukommen lassen, aber es kümmert sich einfach niemand.“

Umsetzung ist schwierig

Die Verordnung in der Praxis umzusetzen, scheint für die Verwaltung jedoch nicht so einfach zu sein, wie es sich die Tierschützer erhoffen. „Wenn aufgrund eines Verstoßes gegen die Verordnung ein Bußgeld verhängt werden soll, müssen die Voraussetzungen im Einzelfall positiv nachgewiesen werden. Dies ist hinsichtlich des Fütterns der Katzen in der Praxis sehr schwierig, wenn ein Füttern abgestritten wird“, sagt Burger. Trotzdem gehe die Verwaltung den Hinweisen des Tierheims nach, wie die Sprecherin betont. „In jedem Fall klären wir die Bürger über die Regelungen der Verordnung und die damit verbundenen Pflichten auf und machen klar, dass die Gesetze im Sinne der Tiere unbedingt einzuhalten sind.“

Auch in der Samtgemeinde Niedernwöhren scheint die Politik, wie Kassner schildert, zu schlafen. Zwar gilt auch dort mittlerweile die Verordnung, aber offiziell verkündet wurde dies laut der Tierschützerin bislang nicht. „Der Samtgemeindebürgermeister Marc Busse hat mir vor einem halben Jahr versprochen, sich an die Presse zu wenden“, sagte die Tierheimleiterin und ergänzte: „Ich bin es leid, dass die Verwaltungen nichts tun.“ mak

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