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Toter 45-Jähriger: Hätte Polizei handeln müssen?

Staatsanwaltschaft Bückeburg eingeschaltet Toter 45-Jähriger: Hätte Polizei handeln müssen?

Der Tod eines 45-jährigen Stadthägers in der vergangenen Woche beschäftigt derzeit die Staatsanwaltschaft in Bückeburg. Im Raum steht die Frage, ob bei der Polizeileitstelle in Hameln, die für Schaumburg zuständig ist, falsch reagiert worden ist und der Stadthäger durch ein anderes Handeln hätte überleben können.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, 17. März, in der Wohnung des 45-Jährigen in Stadthagen. Die Betreuerin des stark alkoholkranken Mannes stand vor verschlossener Tür und bat um Einlass. Diesen verweigerte der Wohnungsbesitzer allerdings. Die Frau machte sich jedoch Sorgen und wählte den Notruf.

In Hameln teilte eine Polizistin der Anruferin sinngemäß mit, dass keine Gefahr im Verzug sei, wenn der Mann noch bei Bewusstsein sei und es sein gutes Recht als Besitzer der Wohnung sei, die Tür verschlossen zu halten. Die Polizei könne in diesem Fall erst einmal nichts tun.

Die Frau rief dann einen Schlüsseldienst dazu. Als der Techniker die Eingangstür öffnete, lag der 45-Jährige leblos in seiner Wohnung. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nur den Tod feststellen.

Nachdem die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburger intern den Fall bearbeitet hatte, liegen die Akten nun bei der Staatsanwaltschaft in Bückeburg. Auf SN-Anfrage bestätigte Oberstaatsanwalt Frank Hirt, dass ein Verfahren anhängig ist. Dieses richte sich allerdings nicht gegen eine Person, sondern soll helfen, die Umstände dieses Vorfalls zu klären.
Der Mann wurde mittlerweile obduziert. Der Bericht liegt der Staatsanwaltschaft Bückeburg vor.

Im Raum steht die Frage: Hätte der Stadthäger überlebt, wenn man eher die Tür aufgemacht hätte? Ist der Mitarbeiterin auf der Leitstelle in Hameln ein Vorwurf zu machen? Das klärt nun die Staatsanwaltschaft. Sollte es einen begründeten Anfangsverdacht einer Dienstpflichtverletzung gebe, könnte ein Ermittlungsverfahren eröffnet werden. Das steht nach Angaben Hirts allerdings noch völlig in den Sternen.

80 000 Fälle, bei denen ein Suchtkranker in seiner Wohnung stirbt, ereignen sich bundesweit jedes Jahr, heißt es vonseiten der Suchtstelle der Diakonie Stiftung Salem in Minden. Häufig würden Alkoholiker, die etliche Jahre abhängig sind, im fortgeschrittenen Stadium an einem Hirnkrampf, Herz-Kreislauf-Kollaps oder einem schwachen Organismus sterben. Auch die Berater in Minden müssen sich immer wieder die Frage stellen: Wo endet das Recht auf Selbstbestimmung eines Suchtkranken? Ab wann muss man eingreifen? Eine Gratwanderung. vin

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