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Trickbetrüger gibt sich als Polizist aus

Kriminelle Energie Trickbetrüger gibt sich als Polizist aus

Erneut haben sich Unbekannte am Telefon als Polizisten ausgegeben und versucht, eine Seniorin zu bestehlen. In diesem Fall gingen die Täter jedoch besonders dreist vor: Auf dem Telefondisplay der 72-Jährigen tauchte sogar die Nummer des Stadthäger Kommissariats auf.

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Stadthagen (bes). Die Seniorin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und informierte die echten Beamten über ihren vermeintlichen Kollegen. Der unbekannte Anrufer gab sich gegenüber der Stadthägerin als „Thomas Schwarz“ von der Polizeidienststelle in der Kreisstadt aus. Er gab an, dass in Hannover eine Diebesbande festgenommen und in diesem Zusammenhang die Adresse der Seniorin gefunden worden sei. Vor diesem Hintergrund bot der vermeintliche Ordnungshüter der Frau an, die sichere Aufbewahrung ihrer Wertsachen zu überprüfen. Die 72-Jährige lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und gab an, ihre Angehörigen über die Vorfälle informieren zu wollen.
Nach Angaben von Polizeisprecher Axel Bergmann gibt es einen solchen Mitarbeiter beim Kommissariat in der Kreisstadt allerdings nicht. Zudem zeige dieser neue Fall wegen der technischen Manipulation ein hohes Maß an krimineller Energie. Der mutmaßliche Täter ist nach Einschätzung Bergmanns das Mitglied einer deutschlandweit tätigen Bande. „Das Vorgehen haben unsere Kollegen auch in anderen Gebieten beobachtet.“ Zudem verfüge die mutmaßliche Bande über eine entsprechende technische Ausrüstung.
„Diese Möglichkeit nennt man ,Call-ID-Spoofing“, erklärt der Beamte. „Über Programme, die man sich aus dem Internet herunterladen kann, ist es möglich, beim Angerufenen nahezu jede Telefonnummer erscheinen zu lassen. In Deutschland ist das gemäß dem Telekommunikationsgesetz verboten“, ergänzt er. Seiner Einschätzung nach ist es äußert schwierig, in diesen Fällen den Täter zu ermitteln.
Vor diesem Hintergrund rät der Experte dazu, auch bei Anrufen von vermeintlichen Polizeibeamten skeptisch zu sein und sich durch ein weiteres Telefonat mit der jeweiligen Dienststelle von der Echtheit des Anrufers zu überzeugen. „Bei Besuchen an der Haustür sollte der Dienstausweis sorgfältig überprüft werden, die Tür durch einen Sperrbügel verschlossen bleiben und der Polizeibeamte erst nach einem Rückruf bei der Polizei eingelassen werden“, zählt Bergmann weitere Vorsichtsmaßnahmen auf.
Dem Polizeisprecher zufolge sollen diese Sicherheitstipps auch bei vermeintlichen Mitarbeitern von Unternehmen wie den Stadtwerken und Wasserversorgern sowie Behördenvertretern angewendet werden. Bei Ungereimtheiten sollten sich die Betroffenen zudem bei den Firmen und Einrichtungen darüber informieren, ob tatsächlich Vertreter in deren Auftrag unterwegs sind. Dies gelte auch bei Anrufen von den Ordnungshütern. „Rufen Sie lieber einmal zu viel bei ihrer Polizei an als das eine mal zu wenig“, betont Bergmann.

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