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Tropicana: Theiß gegen Alleingang

Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik Tropicana: Theiß gegen Alleingang

Die hohen Folgekosten sind der Hauptgrund dafür, dass die Stadtverwaltung ein mögliches Freibad nicht in den Förderantrag zum Tropicana einbezogen hat. Unter anderem mit diesem Argument ist Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) der Kritik der Freibad-Aktivistin Kerstin Thieler entgegen getreten.

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Seit Monaten halten die Auseinandersetzungen um ein mögliches Freibad am Tropicana an.  rg

Stadthagen. Thieler hatte moniert, durch den Verzicht auf einen Freibad-Förderantrag sei eine realistische Chance verpasst worden (wir berichteten).

Theiß entgegnete nun, es gehe beim Freibad nicht nur um die förderfähigen Investitionskosten, sondern um jährliche Folgekosten in Höhe von 250.000 bis 300.000 Euro, die die Stadt tragen müsste. Noch stehe aber nicht fest, so Theiß, ob die Bürger Stadthagens „bereit sind, gravierende Einschnitte bei den freiwilligen Leistungen im kulturellen oder sozialen Bereich oder erhebliche Steuererhöhungen für die Finanzierung eines Freibades hinzunehmen“.

Ein weiterer Grund, das Freibad im Förderantrag nicht zu berücksichtigen, sei die fehlende Festlegung, was für eine Art von Bad gebaut werden soll. Es existierten lediglich „eine Vielzahl von Projektskizzen mit groben und zum Teil geschätzten Zahlenwerken“, führte Theiß aus. Eine allseits akzeptierte Projektskizze mit belastbaren Zahlen gebe es nur für das Bewegungsbecken, für das der Förderantrag gestellt worden sei.

„Der Aufschrei wäre wohl groß gewesen“, fuhr Theiß fort, „wenn der Bürgermeister im Alleingang über den Förderantrag festgelegt hätte, dass das Wellenbad saniert und das Bewegungsbecken möglicherweise nicht gebaut werden kann“. So aber sei „der unter den gegebenen Umständen einzig mögliche Antrag gestellt worden, der sowohl der politischen Beschlusslage als auch der äußerst schwierigen Haushaltslage gerecht wird“, betonte Theiß. Der Antrag zielt auf eine Förderung des Bewegungsbeckens und einer Wasserrutsche.

Der Bürgermeister bekräftigte, er stehe nach wie vor zu seiner Aussage im Wahlkampf, sich für ein Freibad einzusetzen, soweit die finanziellen Mittel das zulassen. Er erinnerte an die von ihm vorgeschlagene Umfrage, die den Bürgern die Möglichkeit der Entscheidung eröffnen sollte, ob erst ein Bewegungsbecken oder ein Freibad gebaut werden soll. „Das wäre eine echte Chance zum vorzeitigen Bau eines Freibads gewesen“, unterstrich Theiß. Sein Antrag sei von SPD/Grünen und CDU abgelehnt worden, habe aber immerhin dazu geführt, dass die Fraktionen sich auf den Bau eines Freibades bis 2021 festgelegt hätten.

Obwohl er mit Blick auf die Finanzierung eines Freibades nach dem Bau eines Bewegungsbeckens skeptisch sei, würde er sich sehr freuen, wenn sich in der Zukunft doch eine solche Möglichkeit ergebe, betonte der Verwaltungschef und fügte hinzu: „Wir sollten den Förderantrag gemeinsam als Chance sehen, Investitionen zu sparen, die dem Folgeprojekt Freibad zugute kommen.“ ssr

Gegenwind kommt auch von WIR

„Mit Verwunderung“ hat die WIR/FDP-Gruppe im Rat das Vorgehen der Freibad-Initiatorin Kerstin Thieler in Sachen Tropicana-Förderantrag aufgenommen. Die von Thieler geforderte Ausweitung des Förderantrags auf ein mögliches Außenbecken (wir berichteten) „wäre sofort zum Scheitern verurteilt gewesen“, sagt Gruppensprecher Richard Wilmers. Denn für ein Außenbecken liege noch gar kein Ratsbeschluss vor, der aber Voraussetzung für einen Förderantrag sei. Hier habe sich Thieler „gewaltig geirrt“.

Vor allem die rot-grüne Ratsmehrheit sei es gewesen, die für 2016 das Bewegungsbecken favorisiert und somit das Außenbecken auf die nächste Wahlperiode verschoben habe, bemerkte WIR-Ratsfrau Gundi Donjes. Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) hingegen habe unter anderem in einer Infoveranstaltung vehement das Außenbecken favorisiert. Da sei er von der Ratsmehrheit heftig kritisiert worden. Diese habe Theiß „nicht einmal eine erneute Bürgerbefragung erlaubt“. Insofern gehe die Attacke von Thieler gegen den Bürgermeister „in die völlig falsche Richtung“, konstatierte Wilmers.

Beim Außenbecken gehe es neben den Investitionskosten auch um beträchtliche Folgekosten. „Auf diesen Aspekt ist Frau Thieler leider überhaupt nicht eingegangen“, sagte FDP-Ratsherr Lothar Biege.  ssr

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