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Stadthagen Stadt Tropicana: Thieler gibt Theiß Kontra
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Tropicana: Thieler gibt Theiß Kontra
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18:35 01.12.2015
Kerstin Thieler zeigt sich irritiert über den Förderantrag der Stadt zum Tropicana. Quelle: rg
Stadthagen

In der jüngsten Ratssitzung hatte Verwaltungschef Oliver Theiß die Nichtberücksichtigung damit begründet, es müssten für den Antrag detaillierte Pläne plus Kostenaufstellung eingereicht werden. Diese lägen für ein Außenbecken aber noch nicht vor. „Stimmt nicht“, sagt Thieler gegenüber dieser Zeitung. Sie verweist auf Antragsunterlagen des Bundesinstituts, in denen es heißt: „Kommunen, die über geeignete Projekte verfügen, sind aufgerufen, Projektskizzen zu unterbreiten.“ Und Skizzen existierten vom Außenbecken durchaus, so Thieler. Diese seien während des Info-Abends der Stadt zum Tropicana Ende September auch öffentlich vorgestellt worden. Ein grober Finanzierungsplan sei auch dabei gewesen. „Mit ein wenig gutem Willen wäre ein Zuschussantrag auch für das Außenbecken also möglich gewesen“, betont Thieler.

Die „Pool Challenge“-Initiatorin hatte der Stadt den Hinweis auf das Förderprogramm gegeben. „Ich hatte das mit dem ausdrücklichen Hinweis verbunden, dass das auch unserem Freibad-Projekt dienen könne“. Theiß habe ihr versprochen, sie mit Blick auf den Antrag auf dem Laufenden zu halten. „Das hat er dann aber nicht gemacht, sondern er hat uns im Regen stehen lassen und das Ding so durchgezogen.“ Thieler fügt hinzu: „Ich hatte erwartet, dass das Außenbecken Teil des Förderantrags ist.“ Sie verweist darauf, dass sich Theiß im Wahlkampf für ein Freibad stark gemacht habe. „Insofern schießt er sich jetzt auch selbst ins Knie“, bemerkt Thieler.

Generell richtig findet Thieler, dass Fördergeld für ein Bewegungsbecken beantragt wird. Allerdings hat sie Zweifel, dass das Ansinnen Erfolg hat. Das Förderprogramm zielt nämlich auf Sanierungsprojekte. „Und das Bewegungsbecken ist ein Neubau“, konstatiert Thieler, während hingegen für das Außenbecken das alte Wellenbecken die Grundlage hätte darstellen können. Zweifel hat sie beim Antrag für die 600.000 Euro teure Rutsche. „Die Hoffnung, damit die Attraktivität zu erhöhen, halte ich für vermessen.“ ssr

Chance vertan?

Ein Kommentar von Verena Insinger

Ob versehentlich oder mit gutem Grund: Die Förderung des Freibades ist der Stadtverwaltung davongeschwommen. Möglicherweise hatten die Fachbereichsleiter Argumente dafür, den Antrag nicht noch auf das Außenschwimmbecken auszuweiten. Welche es sind, bleibt aber ihr Geheimnis.
In der Außendarstellung wirkt es so, als hätte eine Privatperson wie Kerstin Thieler bessere Kenntnisse über die Voraussetzungen für die Finanzspritze aus dem Bundesprogramm als Bürgermeister Oliver Theiß selbst. Nicht genug, dass erst aus der Bürgerschaft der Hinweis auf dieses Programm kommen musste, Theiß und die zuständigen Mitarbeiter wirken im Nachgang vorgeführt.
Das ist besonders für das Stadtoberhaupt ein Problem. Hatte er doch im Wahlkampf ein Freibad für die Kreisstadt zu seinem Thema Nummer eins erklärt. Ist ein Außenschwimmbecken im Stellenwert des Bürgermeisters mittlerweile gesunken? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn Theiß seine Zusage gegenüber Thieler, sie auf dem Laufenden zu halten, nicht eingehalten haben sollte.
Fakt ist: Für die Stadthäger bedeutet der jetzige Förderantrag: ein Jahr länger warten auf ein mögliches Freibad. Das hatten sich die Theiß-Wähler sicherlich anders vorgestellt.

Vereinsgründung im Visier

Die Freibad-Initiative „Pool Challenge“ soll bald zum eingetragenen Verein werden. Initiatorin Kerstin Thieler führt dazu nach eigenen Worten derzeit vorbereitende Gespräche mit dem Amtsgericht und dem Finanzamt über die Satzung. Die Gründung eines Vereins strebt sie für Mitte Februar an. Die Initiatorin rechnet damit, dass die Gewährung der Gemeinnützigkeit, die sie für einen Freibad-Verein für elementar hält, sich bis ins Frühjahr hinein ziehen wird. „Danach wollen wir dann mit voller Kraft um Mitglieder trommeln.“ Auch einige potenzielle Sponsoren warteten bereits auf einen gemeinnützigen Verein. Auf dem Konto der Initiative habe sich bisher „kein nennenswerter Geldbetrag angesammelt“, räumte Thieler ein. ssr