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Türkische Familie bedroht

Stadthagen / Türkischstämmige Familie bedroht Türkische Familie bedroht

In mehreren Hetzbriefen beleidigt und bedroht ein derzeit unbekannter Täter die Familie von Veysel Barut. In den Schreiben an die Inhaber des „Keban Frischemarktes“ in der Stadthäger Innenstadt ist von „scheiß Türken“ und „Vergasen“ die Rede. Der Staatsschutz ermittelt.

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Das Staatsschutzkommissariat in Nienburg ermittelt. pr.

Von Katharina Grimpe

Stadthagen. Die vergangene Woche wollen Veysel Barut und seine Verwandten am liebsten ganz schnell vergessen. Seit 23 Jahren führt die türkischstämmige Familie ihren Lebensmittelladen, mit derartigen Anfeindungen und handfesten Bedrohungen habe sie sich in dieser Zeit noch nicht auseinandersetzen müssen. Umso erschütterter und überraschter war Barut, als er Montag, Donnerstag und Freitag mehrere Hetzbriefe bekam.
Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler können nicht vom hasserfüllten und fremdenfeindlichen Inhalt ablenken: In den nach Polizeiangaben insgesamt drei Schreiben werden die Einzelhändler mit Beschimpfungen überschüttet, als „scheiß Muslem“, „scheiß Burka“ sowie als Waffen- und Drogenhändler bezeichnet. „Euch müsten sie Auß reuchern“ und „Vergasen ihr scheiß Türken“ heißt es in einem der Schriftstücke, die mittlerweile vom Staatsschutz untersucht werden.
Barut ist fassungslos angesichts dieser Drohungen aus heiterem Himmel. „Jeder kennt uns, keiner von uns hat etwas falsch gemacht.“ Der Stadthäger hofft nun, dass „nichts Schlimmeres passiert“. Die Polizei in Stadthagen schätzt die Gefahr, die vom Täter ausgeht, als „nicht sehr hoch“ ein. Aufbau und Stil der Briefe würden nicht darauf schließen lassen, dass Personen konkret gefährdet sind, erklärt Polizeisprecher Axel Bergmann. Allerdings werde vor dem Geschäft der Familie in der Querstraße verstärkt Streife gefahren, macht er deutlich.
Die Ermittlungen hat inzwischen das Staatsschutzkommissariat in Nienburg übernommen, wo die Briefe spurentechnisch untersucht werden. Die Polizei geht trotz der fremdenfeindlichen Beschimpfungen nicht davon aus, dass der Briefeschreiber einer organisierten rechtsextremen Szene zuzurechnen ist. Wegen des unzusammenhängenden Stils und der orthografischen und grammatikalischen Fehler sei eher von einem „verwirrten“ Einzeltäter auszugehen.

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