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Türsteher freigesprochen

Zweifel an Schuld des Angeklagten Türsteher freigesprochen

Seit Jahren sorgen die Abifeten in der Stadthäger Festhalle für Stress bei Polizei und Security. Jetzt musste sich ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts vor Gericht verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, einen hilflosen Gast ins Gesicht geschlagen zu haben.

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Stadthagen (ly). „An so einem Abend gibt es zehn bis 20 Auseinandersetzungen“, berichtet ein Mann vom Sicherheitsdienst. „In Stadthagen ist das normal“, fügt er hinzu. Anderswo nicht. Später sitzen dann häufig junge Männer vor Gericht, die dort zu Gast waren und betrunken zugeschlagen haben.
Aus dem Rahmen fällt ein Fall aus dem vergangenen Jahr, der das Amtsgericht in Stadthagen jetzt beschäftigt hat. Diesmal musste sich ein Security-Mitarbeiter aus dem ostwestfälischen Herford wegen Körperverletzung verantworten. Um es vorwegzunehmen: Richter Stumpe hat den 38-Jährigen freigesprochen.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Türsteher vorgeworfen, einen 17 Jahre alten Jugendlichen, der beim Herumalbern auf der stellenweise glitschigen Tanzfläche zu Boden gestürzt war, grundlos mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Weil die Nase danach nicht aufhörte zu bluten, musste der junge Mann gegen 1 Uhr ins Krankenhaus. Wie es dazu gekommen ist, blieb im Prozess offen. Dem Ordner ließ sich die Tat jedenfalls nicht nachweisen.
„An der Schuld des Angeklagten ergeben sich so starke Zweifel, dass ich ihn nicht verurteilen kann“, erklärte Stumpe, der nach widersprüchlichen Zeugenaussagen „kein klares Bild“ hatte. „Bis heute ist mir unklar, warum ich hier sitze“, sagte der 38-Jährige selbst. Er habe dem jungen Mann lediglich beim Aufstehen geholfen.
Am Ende plädierte auch Staatsanwalt Günter Wilkening auf Freispruch. Einige Aussagen seien mit Vorsicht zu genießen. „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Security-Mitarbeiter ohne Grund zuschlägt“, erklärte Verteidiger Jerrit Schöll. „Das wäre einfach nicht lebensnah“, gab er zu bedenken.
Der Verletzte hatte behauptet, er habe einen Freund auf die Schulter nehmen wollen, sei weggerutscht und hingefallen. „Beim Aufstehen habe ich einen Schlag von dem Herrn bekommen“, erzählte er mit einem Seitenblick auf den Angeklagten. Ein Kumpel des 17-Jährigen bestätigte diese Darstellung. „Ich bin mir 100-prozentig sicher“, betonte er.
Dagegen erklärte ein weiterer Freund vor Gericht, keinen Security-Mann gesehen zu haben, nachdem er in einer ersten Vernehmung den angeklagten Türsteher belastet hatte.
Entlastet wird der Angeklagte außerdem von einem Kollegen. Dieser kann „hundertprozentig ausschließen, dass er zugeschlagen hat“. Hinzu kommt: Ein Freund des vermeintlichen Opfers hatte vorher einen anderen Gast geschlagen, wofür er zwischenzeitlich einen Strafbefehl wegen Körperverletzung bekommen hat. Dass der 17-Jährige ebenfalls in diese Schlägerei verwickelt war, kann Stumpe zumindest „nicht ausschließen, denn beide waren die ganze Zeit zusammen“.

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