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Stadthagen Stadt Ünlü: Täter missbrauchen Islam
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ünlü: Täter missbrauchen Islam
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00:22 11.01.2015
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Der Gewaltakt in Paris „hat mit dem Islam nichts zu tun, ganz im Gegenteil“, bekräftigte Ünlü: „Durch ihr Handeln haben sich die Täter als Muslime vollständig diskreditiert.“ Der Vorsitzende weiter: „Terrorismus bleibt Terrorismus, egal, auf welche Basis er sich beruft.“ Die Untat der mutmaßlichen Al-Kaida-Mitglieder sei der Versuch, „Leute zu gewinnen, indem eine Religion missbraucht wird“.

Als „durchaus denkbar“ bezeichnete es Ünlü, dass als eine Folge des Attentats die Pegida in Deutschland Aufwind erhält. „Für die Leute, die sowieso ausländer- und islamfeindlich sind, ist das natürlich ein gefundenes Fressen, ihre Interessen weiter voranzutreiben.“ Er erachte es „als Aufgabe von uns allen, gegen seine solche Angstmacherei vorzugehen.“ Vor diesem Hintergrund fühle er sich auch persönlich betroffen: „Ich möchte nicht als potenzieller Terrorist angesehen werden, sondern als normaler Bürger mit islamischem Glauben.“

Es gelte, viel Aufklärungsarbeit zu leisten, dass derartige Gewaltakte „mit dem Islam nicht das Geringste zu tun haben“. Ünlü zeigte sich freilich optimistisch, dass die meisten Menschen in Deutschland in diesem Sinne ein differenziertes Bild von den Vorgängen hätten: „Die Vernunft wird am Ende siegen.“

Angesprochen auf die Mohammed-Karikaturen, die von der Satirezeitung veröffentlich worden waren, betonte Ünlü, diese seien im Rahmen der Meinungsfreiheit in einer Demokratie selbstverständlich von jedermann zu akzeptieren.

Allerdings begrüße er derlei Karikaturen nicht, fuhr Ünlü fort. Eine entsprechende Veröffentlichung in Deutschland würde er „im Rahmen der demokratischen Möglichkeiten verbal kritisieren“. Die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Beleidigung sei „fließend“, so Ünlü, und aus seiner Sicht hätten die Karikaturen „zumindest zu einem großen Teil beleidigenden Charakter“. Er bitte die Journalisten und Karikaturisten in Deutschland, „auf heilige Inhalte von religiösen Gefühlen Rücksicht zu nehmen, um ein friedliches Miteinander zu fördern“.

Von Stefan Rothe

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