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Stadthagen Stadt Umstrittenes Mittel
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Umstrittenes Mittel
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00:18 05.01.2018
Landwirte dürfen das umstrittene Pflanzenschutzmittel mit Einschränkungen nutzen. Quelle: dpa
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Stadthagen

Zumindest greift der städtische Baubetriebshof nicht mehr auf Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff zurück, wie Leiter Gerd Hegemann bereits mitteilte. Die Nutzung auf sogenanntem „Nichtkulturland“ sowie öffentlichen Flächen ist stark eingeschränkt oder sogar ganz verboten, um Pflanzen- und Tierarten zu schützen sowie ein Abschwemmen des Mittels in die Kanalisation zu verhindern. Auch der Landkreis Schaumburg nutzt in seiner Kreisgärtnerei zur Unkrautbekämpfung kein Glyphosat mehr. „Wir haben uns bereits vor mehreren Jahren dagegen entschieden, das chemisch zu machen“, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Anja Gewald.

Auf privater Ebene sind laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – zuständig für die rechtlichen Voraussetzungen, für (Ausnahme-)Genehmigungen sowie für Beschränkungen des Einsatzes von Glyphosat – verschiedene glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel gegen Unkraut auf Freilandflächen zugelassen. Haus- und Kleingärtner seien allerdings nicht darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt durch eigene Erzeugnisse zu sichern, heißt es in einer entsprechenden Auflistung. Deshalb könnten sie auf einen Befall mit Schadorganismen gelassener reagieren als Landwirte.

Maximal zwei Behandlungen pro Jahr

Für diese ist die Nutzung entsprechender Mittel ebenfalls nur eingeschränkt möglich: Innerhalb eines Kalenderjahres sind auf der derselben Fläche maximal zwei Behandlungen mit einer begrenzten Menge erlaubt. Anwendungen vor der Ernte sind nur erlaubt, wenn ein Verlust der Ernte droht und diese sichergestellt werden muss.

Eine ökologische Alternative zu Glyphosat-Mitteln wäre beispielsweise Finalsan. Weiterhin sind auch thermische Verfahren wie das Abflämmen oder Abkochen des Unkrauts möglich. So handhabt es zum Beispiel die Stadt Rinteln. Allerdings erfordern die Verfahren zumeist einen deutlich größeren Aufwand als der Einsatz von „Roundup“ und Co. – wenn sie auch in jedem Fall unbedenklicher einsetzbar sind. tro

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