Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Umstrittenes Mittel

Glyphosat im Landkreis Umstrittenes Mittel

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist so umstritten, wie es wirksam gegen Unkraut ist. Ob krebserregend oder unbedenklich, an der Diskussion scheiden sich die Geister. Nun wird die Zulassung des Herbizids um fünf Jahre verlängert. In Stadthagen kommt es aber schon jetzt gar nicht mehr zum Einsatz.

Voriger Artikel
Gewalt hat viele Formen
Nächster Artikel
Fahrer doch schwerer verletzt

Landwirte dürfen das umstrittene Pflanzenschutzmittel mit Einschränkungen nutzen.

Quelle: dpa

Stadthagen. Zumindest greift der städtische Baubetriebshof nicht mehr auf Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff zurück, wie Leiter Gerd Hegemann bereits mitteilte. Die Nutzung auf sogenanntem „Nichtkulturland“ sowie öffentlichen Flächen ist stark eingeschränkt oder sogar ganz verboten, um Pflanzen- und Tierarten zu schützen sowie ein Abschwemmen des Mittels in die Kanalisation zu verhindern. Auch der Landkreis Schaumburg nutzt in seiner Kreisgärtnerei zur Unkrautbekämpfung kein Glyphosat mehr. „Wir haben uns bereits vor mehreren Jahren dagegen entschieden, das chemisch zu machen“, sagte Verwaltungsmitarbeiterin Anja Gewald.

Auf privater Ebene sind laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – zuständig für die rechtlichen Voraussetzungen, für (Ausnahme-)Genehmigungen sowie für Beschränkungen des Einsatzes von Glyphosat – verschiedene glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel gegen Unkraut auf Freilandflächen zugelassen. Haus- und Kleingärtner seien allerdings nicht darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt durch eigene Erzeugnisse zu sichern, heißt es in einer entsprechenden Auflistung. Deshalb könnten sie auf einen Befall mit Schadorganismen gelassener reagieren als Landwirte.

Maximal zwei Behandlungen pro Jahr

Für diese ist die Nutzung entsprechender Mittel ebenfalls nur eingeschränkt möglich: Innerhalb eines Kalenderjahres sind auf der derselben Fläche maximal zwei Behandlungen mit einer begrenzten Menge erlaubt. Anwendungen vor der Ernte sind nur erlaubt, wenn ein Verlust der Ernte droht und diese sichergestellt werden muss.

Eine ökologische Alternative zu Glyphosat-Mitteln wäre beispielsweise Finalsan. Weiterhin sind auch thermische Verfahren wie das Abflämmen oder Abkochen des Unkrauts möglich. So handhabt es zum Beispiel die Stadt Rinteln. Allerdings erfordern die Verfahren zumeist einen deutlich größeren Aufwand als der Einsatz von „Roundup“ und Co. – wenn sie auch in jedem Fall unbedenklicher einsetzbar sind. tro

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr