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Umziehen am Gefrierpunkt

Streit Umziehen am Gefrierpunkt

Ein heftiger Streit ist ausgebrochen zwischen der Reinser Feuerwehr und der Stadtverwaltung. Es geht um das unumstritten zu klein gewordene Gerätehaus. Die Feuerwehr fordert dessen Abriss und einen Neubau für insgesamt 350 000 Euro. Die Verwaltung hingegen erachtet einen Garagenanbau für 55 000 Euro als ausreichend.

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Ortsbrandmeister Nils Langhorst vor dem Gerätehaus.

Quelle: rg

Stadthagen. In der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Sicherheit und Ordnung, in der der Konflikt ausbrach, blieb offen, wie die Politik agieren wird.

Das 1980 gebaute Gerätehaus ist für die Unterbringung von einem Fahrzeug ausgelegt. Daher werden die beiden Geräte, über die die Reinser Feuerwehr seit einiger Zeit verfügt – ein Mannnschaftstransportwagen und ein Tragkraftspritzenfahrzeug – dort regelrecht hineingequetscht. Die Feuerwehrunfallkasse hat jüngst erhebliche Gefahrenpotenziale bescheinigt und auf den akuten Handlungsbedarf hingewiesen.
Die Feuerwehr will nach den Worten von Ortsbrandmeister Nils Langhorst „eine zukunftsweisende Lösung für die nächsten 40 Jahre“. Nach dieser Vorstellung soll eine moderne Halle errichtet werden, in der zwei Fahrzeuge nach den geltenden Vorschriften Platz finden. Zudem soll es getrennte, gut heizbare Umkleideräume für Damen und Herren geben. Die für dieses Modell von der Verwaltung kalkulierten Kosten von 350 000 Euro bezeichnete Langhorst als „sehr fragwürdig, so viel würde das nicht kosten“.
Der Plan der Verwaltung hingegen sieht nach den Worten von Sebastian Hagedorn vom Fachbereich für Bürgerdienste den Erhalt der jetzigen Halle vor. In dieser soll ein Umkleidebereich für Damen durch Spinde und gegebenenfalls durch Leichtbauwände eingerichtet werden. Daneben würde demnach eine Garage für den Mannschaftstransporter gebaut. Gesamtkosten: 55 000 Euro.
Die Variante der Verwaltung mute den Feuerwehrleuten zu, „sich in der Kälte umzukleiden“, schimpfte Langhorst. Die Wände seien nicht isoliert, „im Winter kriegen wir da maximal 15 Grad hin“. Müsse das Tor geöffnet werden, „sinkt die Temperatur innen schnell auf den Gefrierpunkt“. Zudem müssten die Damen an den sich offen in der Halle umkleidenden Herren vorbeilaufen. Langhorst dazu: „In allen entsprechenden öffentlichen Einrichtungen ringsum gibt es getrennte Umkleideräume.“ Die Reinser Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke (SPD) bemerkte, „hier geht es auch um die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements“.
Die Vorstellungen der Reinser Feuerwehr zielten auf „absolutes Spitzenniveau“, sagte gleichwohl Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs für Bürgerdienste. Angesichts der klammen Haushaltslage stelle sich die Frage, „ob man sich das leisten kann“. Der Stadtbrandmeister habe sich mit dem Modell der Verwaltung einverstanden erklärt, berichtete Freimann. Dieses erfülle zudem alle Auflagen der Feuerwehrunfallkasse.
„Niemand will der Feuerwehr etwas Böses“, warf Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) beschwichtigend ein. „Wir werden versuchen, den Spagat zwischen den Wünschen der Feuerwehr und der Haushaltslage aufzulösen.“

Von Stefan Rothe

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