Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
„Unrecht melden ist kein Petzen“

Stadthagen / Seminar für Lehrer „Unrecht melden ist kein Petzen“

Wie können Lehrer mit Mobbing in der Schule besser umgehen? Diese Frage hat im Zentrum eines Seminars gestanden, zu dem die Lions Clubs Stadthagen und Schaumburg ins Martinicafé des Josua-Stegmann-Heims geladen hatten. Gekommen waren rund 30 Lehrer – und denen ist das Thema nur allzu vertraut.

Voriger Artikel
Erst leuchten die Laternen, dann das Lagerfeuer
Nächster Artikel
700er Marke geknackt

Heinz-Dieter Ulrich erklärt den Seminarteilnehmern die richtigen Strategien.

Quelle: aw

Stadthagen. „Auf jeden Fall hilfreich“ sei das Seminar gewesen, berichtete Ute Koch-Herholz, Lehrerin an der Realschule Steinhude. Ihre Kollegin Sylvia Francke vom Gymnasium Steinhude bestätigt das. Die Notwendigkeit dafür sei mehr als gegeben: „Meines Erachtens hat man immer diese Fälle.“

Die Lehrer aus den Sekundarstufen I und II im Landkreis Schaumburg nahmen bei Rollenspielen unterschiedliche Parts ein, vom Angreifer über das Opfer bis zum Vermittler. „No-Blame-Approach“ heißt der Ansatz, den das Lions-Quest-Konzept verfolgt, was auf Deutsch soviel bedeutet wie „keine Vorwürfe machen“. Soll heißen: Der Angreifer wird nicht bloßgestellt oder selbst attackiert, sondern zum Gespräch mit dem Opfer gebeten, um dadurch zu einer Lösung zu kommen. Betroffene seien meist nur daran interessiert, dass das Mobbing aufhört, erklärt Kursleiter Heinz-Dieter Ulrich, Rektor einer Oberschule in Groß Schwülper (Kreis Gifhorn). Wichtig dabei: Der Lehrer soll keine eigenen Lösungsvorschläge anbieten, sondern lediglich das Gespräch zwischen Angreifer und Opfer moderieren und mit ihnen lösungsorientiert arbeiten.

Dass das Mobbing an den Schulen zugenommen hat, kann Ulrich nach eigener Einschätzung nicht bestätigen. „Ich habe den Eindruck, das Mobbing nimmt ab. Aber es hängt auch von der Schule ab.“ Die Schüler registrierten, dass die Lehrer für das Thema sensibilisiert seien, und zeigten sich daher zunehmend offener und gesprächsbereiter. „Empathie zu zeigen, ist immer eine gute Voraussetzung“, riet Ulrich seinen Lehrerkollegen.

Wie groß das Problem in Schaumburg ist und woher es kommt, vermochte Organisator Friedhelm Hamann nicht zu sagen. „Es ist ein Riesenthema. Wir fragen uns auch immer nach den Ursachen.“ Die wichtigste Nachricht an die Schüler hatte Hans-Ulrich Reuter vom Adolfinum in Bückeburg: „Unrecht melden ist kein Petzen.“  aw

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg