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Unterstützung für Brauerei bleibt aus

Stadthagen Unterstützung für Brauerei bleibt aus

„Verantwortungslos.“ „Niemand kümmert sich um die Mitarbeiter.“ „Das Vorgehen ist unter aller Sau“: Das sind nur einige Kommentare von Stadthägern, wenn sie auf die Zukunft der Schaumburger Brauerei angesprochen werden. Nicht nur der Insolvenzberater hatte zuletzt – wie berichtet – von einer „schwierigen Lage“ gesprochen. Die Stimmung in der Bevölkerung ist spürbar gekippt.

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Die Gaststätte Bruns schenkt nur noch kurze Zeit Schaumburger Bier aus – die Nachfrage ist rückläufig.

Quelle: jemi

Stadthagen. Viele haben vor allem Inhaber Friedrich-Wilhelm Lambrecht als Buhmann auserkoren und wollen dem Unternehmen auch nicht mehr mit Unterstützungskäufen entgegenkommen. Der Rückgang der Verkäufe ist damit programmiert. „Ich finde, Herr Lambrecht sitzt auf einem sehr hohen Ross und ist allein am Geld interessiert und nicht am Wohl der Firma“, meint etwa Siglind Schirmer aus Rodenberg. Sie vermutet, dass es keine Einigung mit einem Käufer geben wird.

Auch die Gastwirte trennen sich schon jetzt – zumindest gedanklich – vom Schaumburger Bier. Vor der Gaststätte Bruns an der Niedernwöhrener Straße, die seit gut 50 Jahren das heimische Bier ausschenkt, ist auf einem Schild zu lesen: „Nur noch für kurze Zeit – Schaumburger Bier vom Fass“.

„Wir können über die ganze Geschichte eigentlich nur noch lachen“, sagt Inhaberin Kerstin Bruns. Sie schenke zwar noch Schaumburger aus, aber die Nachfrage sei rückläufig. Viele Gäste erkundigten sich nach anderen Marken. Seit der zweiten Insolvenz der Brauerei habe sie zudem wiederholt Anrufe anderer Brauereien erhalten, ob sie Interesse an einem Ausschank eines neuen Bieres habe. Sie spüre schon seit längerer Zeit, dass die Luft bei der Schaumburger Brauerei raus ist und „das „Herzblut fehlt“, sagt Bruns. „Das sind Kleinigkeiten, an denen ich das festmache.“ Bei Lieferungen fehlten zuletzt etwa Bierdeckel, die früher immer dabei waren. Es mangele auch an Professionalität. So erhalte sie jährlich Geburtstagsglückwünsche für ihren Vater, obwohl dieser vor drei Jahren verstorben sei, was sie der Brauerei auch mitgeteilt habe. Nichtsdestotrotz wolle sie das Schaumburger noch einmal nachbestellen, sagt Bruns. Eigentlich habe sie mit dem Thema aber abgeschlossen.

Auch in anderen Gaststätten erwägen die Inhaber einen Wechsel im Ausschank. So auch Oliver Sieloff vom Ratskeller. „Ich weiß ja nicht, wie lange es das Bier noch gibt – ich muss aber planen.“

Was sagt Friedrich-Wilhelm Lambrecht selbst zum laufenden Insolvenzverfahren und zu den Vorwürfen, er habe gar kein Interesse an der Rettung der Brauerei? Nichts. Ein Anruf endet schnell ohne Kommentar. Lambrecht, der sich auf der Internetseite der Firma weiterhin als „Inhaber mit Herz“ bezeichnet, erteilt keine Auskünfte etwa zu notwendigen Investitionen seiner nicht insolventen KG oder zu einem möglichen Verkauf der Marke.

Sein vor etlichen Jahren ausgeschiedener Vorgänger Stephan Wiksner möchte sich nur ungern zur Misere äußern, um „kein Öl ins Feuer zu gießen“. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das drohende Ende schmerzt. Schließlich habe er 40 Jahre im Betrieb gearbeitet, davon lange Zeit als Geschäftsführer. „Die Entwicklung tut schon weh.“ Wiksner pflegt auch heute noch Kontakt zu einigen Mitarbeitern, kennt deren Sorgen und fühlt mit ihnen mit. Eine Lösung für den Erhalt der Brauerei vor Ort bis Januar zu finden – das werde schwierig, glaubt er. jemi

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