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Urne wird immer beliebter

Pläne zur Gebührenerhebung Urne wird immer beliebter

Urne statt Sarg, Friedwald statt Friedhof – immer mehr Menschen wollen in kleinen Gräbern oder idyllischer Umgebung beerdigt werden. Eine leichte Entwicklung von der Sarg- zur Urnenbestattung macht sich auch am Obernwöhrener Friedhof an der Straße Am Vogelherd bemerkbar, sagt Verwaltungsmitarbeiter Marco Cordes.

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Quelle: dpa

STADTHAGEN.. Der kleine Friedhof am Waldrand verzeichnet neun Bestattungen pro Jahr. „Aufgrund der geringen Bestattungszahlen lässt sich ein ,Trend‘ aber schwer ableiten“, sagt Cordes. Zu Finanzierungsproblemen führe die Entwicklung nicht: Die Friedhofsgebühren werden regelmäßig neu kalkuliert und angepasst , zuletzt 2013 und gerade aktuell, sagt Cordes auf Anfrage. Zum Vergleich: Noch kostet eine Urnenwahlgrabstätte dort 190 Euro, die gleiche Gebühr fällt für eine Einzelgrabstätte für Verstorbene über fünf Jahren an.

Wenig Urnenbestattungen in Probsthagen

 Eindeutiger ist die Situation in Probsthagen. „Seit ich hier als Pastorin aktiv bin, also seit fast sieben Jahren, gab es zwei oder drei Urnenbestattungen“, sagt Pastorin Anne Riemenschneider. 95 Prozent der Beisetzungen im Dorf sind demnach klassische Erdbestattungen – ein Trend zur Urne macht sich dort also noch nicht bemerkbar. Trotzdem glaubt die Pastorin, dass sich das noch ändern wird. „Wir haben in Lüdersfeld extra ein Urnenfeld an der Kapelle angelegt“, sagt Riemenschneider im SN-Gespräch. Sollte die Nachfrage in Zukunft stark ansteigen, würde sich das natürlich im Haushalt bemerkbar machen. „Bisher kommen wir aber mit unseren Finanzen gut aus “, so die Pastorin.

Gebührenerhebung bei der Rogate Gemeinde

 Die Gebühren aufgrund steigender Nachfrage in Sachen Urnenbestattung anheben musste hingegen die Rogate Gemeinde in Wendthagen. Dort sind die Kosten für eine Urnenbestattung inklusive Pflege des Grabfeldes ordentlich geklettert. Die Alternative des Friedwaldes sei eine Zeit lang für einige Bürger in Frage gekommen – „es hat sich aber rumgesprochen, dass das eine extrem trostlose Angelegenheit ist“, sagt Pastor Michael Bürger. Der Weg zum Grab sei oft beschwerlich und für ältere Witwen oder Witwer nicht zu bewältigen. Aus diesem Grund bietet die Rogate Gemeinde nun selbst eine Baumbestattung mit Urnengrab an. Das funktioniert so: „In der Mitte eines Grabfeldes steht ein Baum. Um diesen Baum herum werden die Urnen platziert. Eine Grabtafel zeigt die Namen der Verstorbenen“, sagt Bürger. Das werde von den Wendthägern gut angenommen. „So haben Sie einen Ort, zu dem sie kommen können und an dem sie gedenken können.“ Die Pflege der Urnengräber übernimmt die Gemeinde für 20 Jahre – entsprechend müssen die Angehörigen eine hohe Gebühr zahlen. Das wird nach Worten von Bürger jedoch gut angenommen.

Kostendeckende Friedhofsarbeit

 Gerd Giesendorf, Friedhofsmeister der St.-Martini-Gemeinde, betont: „Stadt, Kirche und Gemeinde müssen bei der Friedhofsarbeit kostendeckend arbeiten.“ Aus diesem Grund werden laut Giesendorf alle anfallenden Gebühren auf alle Grabstätten umgelegt. Für finanzielle Probleme sorge der Urnen-Trend in St. Martini nicht, da sich „Urnenstellen gegenüber Sarggräbern stärker verteuern“, wie das Beispiel der Rogate Gemeinde in Wendthagen verdeutlicht.  mak

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