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VW-Manager will sich schuldig bekennen

Diesel-Skandal VW-Manager will sich schuldig bekennen

Bisher hatte er immer seine Unschuld beteuert, jetzt will sich der VW-Manager, der Anfang des Jahres in Miami verhaftet worden ist, nach „Spiegel“-Informationen schuldig bekennen. Die USA wollen den gebürtigen Stadthäger im Abgas-Skandal zur Rechenschaft ziehen.

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Stadthagen. Wie gestern bekannt wurde, sollen die Anwälte des 48-Jährigen den zuständigen Richter Sean Cox informiert haben, dass ihr Mandant ein Geständnis ablegen wolle. Das habe ein Sprecher des Gerichts in Detroit erklärt. Das Schuldbekenntnis soll bei einer Anhörung am 4. August erfolgen.

Damit hofft der Manager sicher auf eine geringere Strafe bei einer Verurteilung. Aktuell drohen ihm 169 Jahre Haft. Damit folgt er dem Beispiel seines ehemaligen Kollegen James Robert Liang. Der deutsche Ingenieur hatte der Wochenzeitung „Die Zeit“ zufolge zugegeben, an einer Verschwörung zum Betrug der Vereinigten Staaten teilgenommen und ein Umweltgesetz verletzt zu haben. Er habe außerdem gestanden, die Existenz dieser Software vor amerikanischen Regulierungsbehörden verheimlicht zu haben.

Das Urteil in diesem Fall wird für Ende August erwartet. Wie die Zeit jedoch einschränkt, verfügten die amerikanischen Behörden mittlerweile über so viele Informationen über die Beteiligung diverser Mitarbeiter an dem Abgasbetrug, dass der gebürtige Stadthäger wohl die Beteiligung der Führungsetage erklären müsse, um auf Strafminderung hoffen zu können.

Das FBI hatte den Stadthäger, der bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut war, am 7. Januar in Miami nach einem Urlaub vor dem Heimflug nach Deutschland festgenommen. Er wird beschuldigt, Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltgesetze gewesen zu sein. Es geht um Manipulation von Abgaswerten und deren Verschleierung.

Bislang hatte der Manager die Vorwürfe zurückgewiesen und sich für unschuldig erklärt. Vor den Haftrichtern hatte er die Vorwürfe bestritten, seine Anwälte argumentierten, seine Rolle bei VW sei kleiner als behauptet. Er habe demnach nur an die Behörden weitergegeben, was er für die Wahrheit gehalten habe.

Wie berichtet, war sein Antrag auf Freilassung gegen Kaution wegen der Fluchtgefahr abgelehnt worden – obwohl mit Unterstützung von Familie und Freunden 1,6 Millionen Euro zusammengekommen waren. Der Prozess sollte im Januar 2018 beginnen – ob es nach dem Schuldbekenntnis bei dem Termin bleibt, ist noch ungewiss.

Nach Informationen der „Zeit“ ist der 48-Jährige seit Kurzem nicht mehr mit Gewaltverbrechern eingesperrt, sondern wurde in das 70 Kilometer südwestlich von Detroit US-Bundesgefängnis Milan verlegt – in ein minimum security prison. In solchen Gefängnissen haben die Gefangenen mehr Freiheiten als in anderen Anstalten, weil sie als nicht so gefährlich eingestuft werden oder keine Fluchtgefahr besteht. Hier dürfe er wieder eine Lesebrille benutzen. Wahrscheinlich nur ein schwacher Trost bei der drohenden Haftstrafe.

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