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Stadthagen Stadt VW verklagt in USA inhaftierten Stadthäger Manager Oliver S.
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt VW verklagt in USA inhaftierten Stadthäger Manager Oliver S.
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15:32 11.01.2019
Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem VW-Konzern und Oliver S. geht in die nächste Runde. Quelle: archiv
Stadthagen

Bei VW sei man der Auffassung, ohne das Zutun seines Ex-Managers wären die Milliarden-Strafzahlungen in den USA nicht so hoch ausgefallen. Ein Unternehmenssprecher wollte sich mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht am Donnerstagabend auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Der Stadthäger S. war Anfang Dezember 2017 wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze zu sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von 400 000 Dollar verurteilt worden. Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft im August schuldig bekannt. 2015 wurde öffentlich, dass der Autobauer bei Abgas-Werten für Diesel-Fahrzeuge massiv geschummelt hatte.

Oliver S. wehrt sich

Der Autobauer will sich einen großen Teil der Kosten für die Verteidigung des früheren Managers durch den ehemaligen US-Staatsanwalt Larry Thompson zurückholen, die sich auf vier Millionen Euro belaufen sollen. Wie viel Schadenersatz der Konzern von seinem Ex-Manager fordert, geht aus der Klageschrift beim Braunschweiger Amtsgericht nicht hervor. Das Blatt schreibt von mehreren solcher Klagen gegen frühere Mitarbeiter, die Personalvorstand Gunnar Kilian mit „schwerwiegenden Verfehlungen“ begründet haben soll.

Oliver S. wird den Rechtsstreit von seinem Gefängnis in der Nähe von Detroit aus verfolgen müssen. Dort sitzt er seine Haftstrafe ab. Bemühungen seines Anwalts, S. nach Deutschland überstellen zu lassen, waren bisher fruchtlos.

Der Stadthäger schlägt in der Prozess-Schlacht zurück, reichte bereits vor einem Jahr eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht ein. Seine Entgegnung zu den Volkswagen-Vorwürfen: Er habe sich nur an die Anweisungen des Konzerns gehalten. Deswegen sei die Kündigung nach Angaben seines Anwalts rechtswidrig. Beide Seiten hatten sich nicht auf einen außergerichtlichen Vergleich einigen können. S. will Bonuszahlungen in Höhe von rund 114 700 Euro von seinem Ex-Arbeitgeber sowie Schadenersatz (rund 330 000 Euro). col/dpa