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Stadthagen Stadt Vandalen wüten am Ostwall
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Vandalen wüten am Ostwall
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00:24 04.10.2015
Andreas Bergmann versucht, die Farbe mit Aceton vom Sandstein zu entfernen. Quelle: rg
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Stadthagen

Auch mehrere Häuser am Verbindungsweg zwischen Schulstraße und Niedernstraße haben die bislang unbekannten Täter in der Nacht zu Donnerstag mit Farbe verunstaltet.
„Ich bin erschüttert. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie eine kleine Gruppe etwas zerstören kann, woran andere ihre Freude haben“, sagte der Vorsitzende des Stadthäger Verkehrsvereins, Karl-Heinz Hepe. Er wolle heute mit dem Bauamt besprechen, wie mit den Schäden umgegangen werden soll und wie die Bänke und Stelen in Zukunft geschützt werden können.
Betroffen zeigte sich auch Andreas Bergmann aus Stadthagen. Die Täter hatten sein Haus besprüht. Er sei „stinksauer“ auf die Unbekannten. Nachdem er die Wand seines Hauses mit Aceton gereinigt hatte, machte er sich auf den Weg zum Ostwall, um dort die Bänke und Stelen von den Farben zu befreien.
Offenkundig hat die Polizei jedoch eine heiße Spur. Wie die Beamten mitteilten, haben sie bei Zeugenbefragungen Hinweise auf die potenziellen Täter bekommen. „Wir gleichen jetzt die Daten und bisherigen Informationen ab“, sagte ein Sprecher. Für die Beamten ist es sehr wahrscheinlich, dass auf dem Ostwall und auf dem Verbindungsweg dieselben Täter aktiv waren.
Die Unbekannten hatten nach Angaben der Polizei am Mittwoch die Sitzgelegenheiten und die Kunstwerke mit Farbe besprüht. Pikant: Dabei schrieben sie unter anderem „Fuck Cops“ und die Abkürzung ACAB (sinngemäß: Alle Bullen sind Bastarde) – Losungen, die sowohl die linke als auch rechte Szene gern verwenden. Weitere Beleidigungen wurden auf die Bänke geschmiert.
„Wir gehen davon aus, dass die Vandalen mehrere Farbdosen leergesprüht haben“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Matthäus Schmidt und verweist auf die unterschiedlichen Farben der Schriftzüge.
Bei der Polizei in Stadthagen sind am Donnerstag vier Anzeigen von den Eigentümern der Gebäude eingegangen. Zudem hat auch die Stadtverwaltung Anzeige erstattet. „Wir gehen davon aus, dass wir mehrere Tausend Euro für die Beseitigung ausgeben müssen“, sagt Matthäus Schmidt. Dem Rathausmitarbeiter zufolge können die Kosten jedoch schnell in den fünfstelligen Bereich steigen, „wenn wir das Holz der Bänke nicht mehr reinigen können“. Dann müsse dieses ausgetauscht werden. „Zudem müssen wir für die Reinigung des Sandsteins mit einem Experten Kontakt aufnehmen“, ergänzt der Verwaltungsmitarbeiter. bes, jcp

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