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Verchromter Schlamm erhält Abdichtung

Stadthagen / Klärschlammdeponie Verchromter Schlamm erhält Abdichtung

Mit einer von Chrom durchzogenen Altlast muss sich die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen herumschlagen. Bis zum August soll die stadteigene Klärschlammdeponie am Mittellandkanal bei Hülshagen wasserdicht abgedeckt sein.

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Der mit Schadstoffen belastete Schlamm stammt noch aus der Zeit vor 1994.

Quelle: rg

Stadthagen (ssr). Der mit Schadstoffen belastete Schlamm stammt aus der Zeit vor 1994. Damals brachte eine frühere Lederfabrik in der Kreisstadt, völlig legitim, chrombelastetes Abwasser ins städtische Klärwerk ein. Es war technisch nicht möglich, dieses herauszufiltern. Der  daraus resultierende Klärschlamm durfte daher nicht als Dünger auf Äcker verbracht werden, wie das seitdem der Fall ist. Denn im genannten Jahr stellte die Lederfabrik ihren Betrieb ein.

Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern lagert seitdem in dem Polder bei Hülshagen die belastete Materie. Nach unten war sie von Anfang an abgedichtet worden. Die Oberfläche liegt aber nach wie vor frei. Vor einiger Zeit hatte das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt der Stadt jedoch aufgegeben, spätestens bis Ende 2012 auf der Oberseite für eine Isolierung zu sorgen.

Ein erster Arbeitsschritt ist nach den Worten des Technischen Leiters des Abwasserbetriebes, Klaus Büsking, gerade passiert. Aus dem Schlamm, der aus dem Polder ragt, „ist eine Art Kuppel geformt worden“. Eine Fachfirma soll in den kommenden Wochen eine insgesamt 1,80 Meter hohe wasserdichte Isolierung aufbringen.

Diese beschreibt Büsking so: Zunächst wird eine 30 Zentimeter dicke Sandschicht aufgetragen. Es folgt eine so genannte „Bentonit-Matte“, gefolgt von einer weiteren Schicht Sand und einer Drainage-Matte. Darauf kommen 1,50 Meter Mutterboden, den Abschluss bildet eine Rasensaat. „Am Ende sieht das aus wie ein kleiner grüner Hügel“, schildert Betriebsleiter Manfred Lück. Dieser beziffert die Kosten für die Abdeckung der rund 12 000 Kubikmeter Klärschlamm auf etwa 220 000 Euro.

Seit 18 Jahren gibt das städtische Klärwerk seinen Schlamm laut Büsking als „hochwertigen Dünger“ an ein Unternehmen ab, das es an Landwirte verteilt. Die „sehr gute Qualität“ hat nach Kenntnis von Büsking vor allem zwei Gründe: Erstens leiten die Stadthäger Industrie- und Gewerbebetriebe „ganz überwiegend sehr gut vorgereinigtes Abwasser“ ein. Zudem verfüge das Klärwerk über eine hochmoderne Kammerfilter-Presse. Diese arbeite mit viel Kalk, was den Klärschlamm für Landwirte als Dünger „besonders attraktiv macht“, wie Büsking weiß.

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