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Verdächtigte entlastet den Angeklagten

Überfall im Stadtpark Verdächtigte entlastet den Angeklagten

Im Prozess um einen Raubüberfall im Stadthäger Stadtpark hat eine Zeugin den Angeklagten entlastet. Was von der Aussage zu halten ist, muss das Schöffengericht beurteilen. Das Opfer, ein Eisenflechter aus Osnabrück, verdächtigt die Frau nämlich, ihn in die Falle gelockt zu haben.

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Quelle: dpa

Stadthagen.  Das Verfahren gegen die 28-Jährige ist zwar eingestellt worden, kann aber jederzeit wieder aufgenommen werden. Darauf wies Richter Kai Oliver Stumpe hin.

Zunächst geht es vor Gericht um die Vorwürfe gegen den Angeklagten, einen 27 Jahre alten Stadthäger. Er und ein bislang unbekannter Komplize sollen den Osnabrücker (45) nachts im Stadtpark niedergeschlagen und getreten haben, um an dessen prall gefüllte Brieftasche zu kommen. Der Eisenflechter ging zwar zu Boden und erlitt Verletzungen, konnte sein Portemonnaie aber verteidigen.

Das Opfer war an jenem Abend in Begleitung der jungen Frau, die jetzt als Zeugin ausgesagt hat. Den Angeklagten kennt sie nach eigenen Angaben vom Sehen. „Ich möchte ihn nicht verteidigen, aber es war es 100-prozentig nicht“, erklärte die 28-Jährige und zeigte in Richtung Anklagebank, nachdem sie im Zeugenstand Platz genommen hatte. Dies betonte die Zeugin anschließend noch mehrfach. „Wir werden keinen Unschuldigen verurteilen“, versicherte Richter Stumpe.

28-Jährige soll mit Räubern unter einer Decke stecken

Mit dem Überfall will die Frau nichts zu tun haben. Das glaubt ihr damaliger Begleiter nicht. Er glaubt, dass die 28-Jährige mit den Räubern unter einer Decke steckte. „Sie wusste die ganze Zeit davon“, vermutet er. „Während des Überfalls hat sie nichts gesagt und nichts getan.“

Am Abend der Tat war die Frau mit dem Mann aus Osnabrück erst zum Essen in Bad Nenndorf, später in Stadthagen unterwegs. Kennengelernt hatten sich beide durch gemeinsame Bekannte. Vor dem Überfall soll die Frau mehrfach telefoniert haben. Die Nummer des Angeklagten wählte sie dabei offenbar nicht. Das ergab eine Auswertung der Handy-Daten.

Für das Opfer steht fest, wer der Täter ist: In einer polizeilichen Vernehmung hatte der überfallene Osnabrücker den Stadthäger identifiziert, beim Prozessauftakt will er ihn wiedererkannt haben. Der Angeklagte bestreit jedoch, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Staatsanwalt André Lüth legt ihm außerdem zur Last, ein Kilogramm Marihuana und eine unbekannte Menge Amphetamin gekauft zu haben. Darüber hinaus soll der 27-Jährige seine Ex-Freundin geschlagen und deren Wohnung verwüstet haben. Der Prozess wird fortgesetzt.   ly

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