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Verdi: Im Krankenhaus herrscht Arbeitshetze

Klinik-Mitarbeiter protestieren Verdi: Im Krankenhaus herrscht Arbeitshetze

Mit einer einstündigen Protestaktion haben Beschäftigte des Stadthäger Krankenhauses gestern Mittag auf die aus ihrer Sicht vorhandene Personalnot in der Klinik aufmerksam gemacht. Das Motto: „Mehr von uns ist besser für alle.“ Die „aktive Mittagspause“ war Teil einer bundesweiten Aktion der Gewerkschaft Verdi.

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Klinik-Mitarbeiter fordern mehr Arbeitsstellen für das Stadthäger Krankenhaus.

Quelle: ssr

Stadthagen (ssr). Rund 20 Mitarbeiter versammelten sich auf dem Gelände des Krankenhauses vor dem Ärztehaus. „Wir haben in der Klinik so wenig Leute, dass nicht mehr am Protest teilnehmen können, ohne die Patientenversorgung zu gefährden, was wir nicht wollen“, bemerkte eine Krankenschwester.
Die Protestierenden klammerten 45 Nummern an eine Wäscheleine. Denn so viele Arbeitskräfte fehlen nach Angaben von Gabriele Walz von der Verdi-Betriebsgruppe insgesamt in der hiesigen Klinik in sämtlichen Bereichen. Wenn Achim Rogge, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgellschaft, diese Verdi-Zahl in den Schaumburger Nachrichten „maximal übertrieben“ bezeichne, sei das unzutreffend, entgegnete Walz. Zwar sei die Bettenzahl seit Erhebung der Daten gesunken, doch durch die kürzeren Liegezeiten seien mehr Patienten zu versorgen. „Dadurch hat sich die Arbeit total verdichtet“.
Die unzureichende Personalausstattung gefährde immer häufiger die Sicherheit der Patienten und mache die Ärzte und Pflegekräfte durch Überlastung selbst krank, mahnte Walz in einer Ansprache. Die Arbeit sei trotz Überstunden und hoher Einsatzbereitschaft nicht zu schaffen. „Wenn Patientenzimmer in immer kürzerer Zeit gereinigt werden müssen, werden Arbeitshetze und mangelnde Hygiene billigend in Kauf genommen“, mahnte die Verdi-Funktionärin.
Mit Sorge blicke man auf das Gesamtklinikum in Vehlen, das 2017 in Betrieb gehen soll. Walz dazu: „Dann soll das Personal so gewinnbringend arbeiten, dass die Zinsen, die der Konzern Agaplesion für die 35 Millionen Euro an seinen Investitionskosten aufbringen muss, innerhalb kürzester Zeit erwirtschaftet sind.“
„Man sieht die Patienten teilweise nur einmal am Tag“, klagte ein Krankenpfleger am Rande der Protestaktion: „Ansonsten ist man Laufbursche für alles.“ Zu manchen Tageszeiten, vor allem morgens, „ist man auf der Station mit 36 Patienten alleine“, ergänzte eine Krankenschwester. Eine Kollegin fügte hinzu: „Durch unsere Überlastung haben wir einen hohen Krankenstand.“ Dazu trage die Überalterung des Personals bei, „denn Nachwuchskräfte werden kaum eingestellt“.

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